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/ 11.06.2013
Rolf Arnold / Wiltrud Gieseke (Hrsg.)

Die Weiterbildungsgesellschaft. Band 2: Bildungspolitische Konsequenzen

Neuwied/Kriftel: Luchterhand 1999 (Grundlagen der Weiterbildung); XII, 261 S.; kart., 36,- DM; ISBN 3-472-03500-5
Der Gegenstand "Weiterbildung" beschränkt sich nicht mehr nur auf eine erziehungswissenschaftliche oder bildungspolitische Fachdiskussion, sondern wird übergreifend und entsprechend undefiniert von Vertretern vieler Disziplinen verwandt. Die unbestrittene, umfassende Bedeutung des lebenslangen Lernens veranlaßte die Herausgeber, zwei Professoren mit dem Forschungsschwerpunkt Erwachsenenpädagogik, ein Sammelwerk zu den konkreten strukturellen Veränderungen im beruflichen Aus- und Weiterbildungssystem vorzulegen. Im Gegensatz zum ersten Band, der sich den bildungstheoretischen Grundlagen widmet, besitzt der zweite Band einen bildungspolitischen Anspruch, nämlich Anwendungen und deren Schwierigkeiten im Netz der Politik aufzuzeigen. Dabei werden verschiedene Perspektiven eingenommen, allerdings fehlt ein Beitrag aus Sicht der Unternehmensberatung oder eines Unternehmens. Dies wäre angesichts der Ökonomisierung der Weiterbildung – die Herausgeber sprechen von der Spannungslage zwischen Staat und Markt – durchaus angebracht. Die Beiträge selbst sind von unterschiedlicher Qualität, aber alle zum Themenkreis. Ob der Titel "Die Weiterbildungsgesellschaft" ein wirklich sinnvoller ist, darf bestritten werden. Nicht nur die Herausgeber selbst referieren (VII), daß der Begriff der Weiterbildung unvollkommen ist, weil zu stark auf institutionalisierten Wissenserwerb ausgerichtet, er stellt auch eine sich in ihren Grenzen verschiebende Einschränkung der tatsächlichen Wissensgesellschaft dar. In jedem Fall bleibt aber der Sammelband, ohne für sich in Anspruch nehmen zu können oder zu wollen, ein Kompendium zu sein, eine sehr informative Sammlung zu aktuellen Fragen lebenslangen Lernens. Einschlägige Autoren zeigen zentrale Linien der bildungspolitischen Diskussion auf. Inhalt: Einleitung: Rolf Arnold / Wiltrud Gieseke: Tendenzen und Formen politischer Gestaltung (VII-XII). 1. Auflösung oder Weiterentwicklung der öffentlich verantworteten Weiterbildung?: Ekkehard Nuissl: Bildungsinstitutionen, Staat und selbstorganisiertes Lernen (3-15); Rudolf Tippelt: Von der öffentlichen Verantwortung zum Weiterbildungsmarkt? (16-26); Erhard Schulz / Josef Schrader: Veränderungen im Angebot diesseits und jenseits der Arbeit (27-44); Ortfried Schäffter: Entgrenzung des pädagogischen Handelns – eine "optische Täuschung" (45-69); Werner Markert: Von der beruflichen Weiterbildung zur neuen organisations- und handlungsbezogenen allgemeinen Weiterbildung (70-89). 2. Aktuelle weiterbildungspolitische Tendenzen: Wiltrud Gieseke: Bildungspolitische Interpretationen und Akzentsetzungen des Slogans vom lebenslangen Lernen (93-120); Jürgen Wittpoth: Weiterbildung im parteipolitischen Diskurs – Gleichförmigkeiten, Kontroversen und Defizite (121-138); Dorothee M. Meister: Aufbruch oder Erneuerung? Die Weiterbildungspolitik der rot-grünen Koalition (139-157); Detlef Kuhlenkamp: Tendenzen in der Gesetzesentwicklung auf Länderebene (158-176); Johannes Sauer: Die Weiterbildungspolitik des Bundes bis 1998 (177-194); Edgar Sauter / Uwe Grünewald: Europäische Konzeptionen zur Weiterbildung und ihre Konkretisierung in der Förderpolitik (195-213); Antonius Lipsmeier/ Ute Clement: Ohne Berufsausbildung zur permanenten Weiterbildung? – Zum gewandelten Verhältnis von Erstausbildung und Weiterbildung (214-233); Otto Peters: Wandel der Universitäten zu Selbst- und Fernstudieneinrichtungen – internationale Erfahrungen (234-258).
Sascha Spoun (SPS)
Dr.
Rubrizierung: 2.3433.5 Empfohlene Zitierweise: Sascha Spoun, Rezension zu: Rolf Arnold / Wiltrud Gieseke (Hrsg.): Die Weiterbildungsgesellschaft. Neuwied/Kriftel: 1999, in: Portal für Politikwissenschaft, https://www.pw-portal.de/rezension/11137-die-weiterbildungsgesellschaft_13166, veröffentlicht am 01.01.2006. Buch-Nr.: 13166 Rezension drucken
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