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/ 05.06.2013
Dietmar Herz

Die wohlerwogene Republik. Das konstitutionelle Denken des politisch-philosophischen Liberalismus

Paderborn u. a.: Ferdinand Schöningh 1999; 400 S.; 84,- DM; ISBN 3-506-73922-0
Habilitationsschrift München; Gutachter: P. J. Opitz, B. Ostendorf. - Die Verfassungsgebung zu Philadelphia 1787 ist der Ausgangspunkt des modernen Konstitutionalismus und natürlich zugleich der USA. Man kann aber diese Ereignisse auch umgekehrt als Abschluß betrachten; als Kulmination und Resultat der bisherigen Entwicklung liberalen Denkens, das hier von der Theorie in die Praxis übergeht und verfassungsordnend wirkt. Dies ist die Fragestellung, der Herz nachgeht, wenn er die Debatten um die amerikanische Verfassung, insbesondere die Federalist Papers in diesen Traditionen analysiert. Neben den gemeinhin als Klassiker liberalen Denkens anerkannten Größen sieht er in seiner Ahnenreihe auch kontroversere Namen; vor allem Aristoteles (wegen der Idee der stabilen Mischverfassung) und Hobbes, in dessen Souveränitätsdenken Herz die erste Lösung des liberalen Problems der Sicherung der Freiheit der Bürger in geordneter Sicherheit erblickt. Freiheit in Ordnung - für Herz resultiert hieraus eine zurückhaltende und realistische Sicht der Politik und der Verfassung, die er bewußt abgrenzt von aller kommunitaristischen Suche nach dem Guten. Wohlerwogener Liberalismus steht für ihn zwischen Hobbes und Nozick, unter Anerkennung sowohl menschlicher Fallibilität wie des Individualismus. Inhaltsübersicht: I. Einleitung: 1. Verfassungsgeschichte und Neubeginn; 2. Verfassungsgebungsprozesse; 3. Die Bedeutung der amerikanischen Verfassungsdiskussion für die Verfassungstheorie. II. Die Wesensumgrenzung der Verfassung: 1. Verfassung und Gesetz; 2. Die republikanische und die liberale Verfassung. III. Die gemischte Verfassung: 1. Die Verfassungslehre des Aristoteles; 2. Die englische Verfassungstheorie. IV. Thomas Hobbes - Die Unteilbarkeit der Souveränität: 1. Psychologie und Staatsgründung; 2. "Leviathan" und "Behemoth" im Werk von Thomas Hobbes; 3. Systematische Übersicht über die Ursachen des Zerfalls von Staaten; 4. Hobbes' Analyse der Mischverfassung; 5. Behemoth: Die Analyse des englischen Bürgerkriegs. V. John Locke - Die Bedingungen der Selbstverwirklichung; VI. Republikanismus zwischen Tugend und dem Kaleidoskop der Institutionen: 1. Die amerikanische Revolution; 2. Interpretationen der amerikanischen Revolution. VII. Die Federalist Papers - Good Government from Reflection and Choice: 1. Genese, Aufbau und Struktur der Federalist Papers; 2. Übersicht zur Thematik der Federalist Papers; 3. Analyse der Federalist Papers.
Michael Dreyer (MD)
Prof. Dr., Institut für Politikwissenschaft, Universität Jena.
Rubrizierung: 5.435.35.325.31 Empfohlene Zitierweise: Michael Dreyer, Rezension zu: Dietmar Herz: Die wohlerwogene Republik. Paderborn u. a.: 1999, in: Portal für Politikwissenschaft, https://www.pw-portal.de/rezension/6970-die-wohlerwogene-republik_9340, veröffentlicht am 01.01.2006. Buch-Nr.: 9340 Rezension drucken
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