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/ 20.06.2013
Hermann Lübbe

Die Zivilisationsökumene. Globalisierung kulturell, technisch und politisch

München: Wilhelm Fink Verlag 2005; 206 S.; 25,90 €; ISBN 3-7705-4204-5
Lübbe fragt, unter welchen Bedingungen eine globale Welt (er nennt sie eine ökumenische oder auch eine Welteinheitszivilisation) existiert. Dabei erkennt er einen sich selbst verstärkenden Charakter globaler Zusammenarbeit. Ihr Antrieb sei nicht die Anziehungskraft liberaler oder demokratischer Ideen, sondern ein Kern von wissenschaftlichen und technischen Paradigmen, die einen modernen Wohlstand versprechen. Religion sei kein Schauplatz eines grundsätzlichen Antagonismus zwischen den Gesellschaften, sie trage lediglich zur Verschärfung des Konfliktes bei. Das größte Konfliktpotenzial bilde das „Abweichlertum“, nicht eine grundsätzlich andere Religion. Im Besonderen geht er auf den Konflikt zwischen fanatischen Christen und Islamisten (den Vertretern monotheistischer Schriftreligionen) ein, sieht jedoch keinen realen Konflikt z. B. zwischen Buddhisten und Christen. Aufgrund ihrer zivil-religiösen Verfassung hält Lübbe die Vereinigten Staaten für am ehesten geeignet, Probleme zu lösen. Denn die Gleichberechtigung differenter Religionsgemeinschaften sei Grundbedingung für eine „Zivilisationsökumene“ – also für eine tolerante globale Bürgergesellschaft.
Manutscher Saba (MS)
M. A., Lehrbeauftragter, Seminar für Politische Wissenschaft, Universität Bonn.
Rubrizierung: 2.22.234.435.42 Empfohlene Zitierweise: Manutscher Saba, Rezension zu: Hermann Lübbe: Die Zivilisationsökumene. München: 2005, in: Portal für Politikwissenschaft, https://www.pw-portal.de/rezension/24425-die-zivilisationsoekumene_28194, veröffentlicht am 25.06.2007. Buch-Nr.: 28194 Inhaltsverzeichnis Rezension drucken
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