/ 20.06.2013
Martin van Creveld
Die Zukunft des Krieges. Neuausgabe mit einem Vorwort von Peter Waldmann. Aus dem Amerikanischen von Klaus Fritz und Norbert Juraschitz
Hamburg: Murmann 2004; 347 S.; 3., überarb. deutsche Ausg.; 25,- €; ISBN 3-938017-14-7Van Creveld geht es darum, mit dem seiner Meinung grundlegenden Missverständnis vom Wesen des Krieges aufzuräumen, das sich auf die Theorien des Carl von Clausewitz stützt. Seine grundlegende Prämisse lautet, dass die strikte Unterscheidung von Staat, Armee und Volk nicht mehr relevant sei und nur für die Epoche staatlicher Dominanz zwischen 1648 und 1945 gelte. Für van Creveld sind daher alle gegenwärtigen Antworten auf die Fragen nach den Akteuren, Zielen, Hintergründen und Formen des Krieges, die dieser Situation nicht Rechnung tragen, veraltet und teilweise schlichtweg falsch. Die aktuelle Ausgabe ergänzt die deutsche Erstausgabe aus dem Jahr 1998 um ein neues Vorwort des Autors, in dem er kurz aktuellere Entwicklungen wie den Terrorismus der Al Kaida anspricht. Da jedoch der wesentliche Teil des Buches der Originalausgabe von 1991 entspricht, finden die Entwicklungen der letzten 15 Jahre im Buch selbst keine Erwähnung. Gleichwohl scheint seine Prognose vom kontinuierlichen Niedergang großer konventioneller Kriege und dem Bedeutungsgewinn militärischer Auseinandersetzungen mit oder zwischen nicht-staatlichen Akteuren mittlerweile bestätigt.
Lars Berger (LB)
Dr., Lecturer in Middle Eastern Politics and History, University of Salford.
Rubrizierung: 4.1
Empfohlene Zitierweise: Lars Berger, Rezension zu: Martin van Creveld: Die Zukunft des Krieges. Hamburg: 2004, in: Portal für Politikwissenschaft, https://www.pw-portal.de/rezension/22601-die-zukunft-des-krieges_25785, veröffentlicht am 01.01.2006.
Buch-Nr.: 25785
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Dr., Lecturer in Middle Eastern Politics and History, University of Salford.
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