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/ 17.06.2013
Michaela Moser

Drogen und Politik. Dionysische Welten und die gereinigte Gesellschaft. Überlegungen zur staatlichen Heroinabgabe anhand von Erfahrungen aus Tirol

Frankfurt a. M. u. a.: Peter Lang 2001 (Beiträge zur Dissidenz 9); 166 S.; brosch., 30,20 €; ISBN 3-631-37799-1
Die in der praktischen Drogenarbeit tätige Autorin plädiert für umfassende Änderungen im gesellschaftlichen und staatlichen Umgang mit Drogen, insbesondere mit Heroin, wobei sie sich für eine Legalisierung ausspricht. Als Ursache für den derzeitigen Umgang mit dem Thema diagnostiziert sie eine Mischung aus den Aspekten Patriarchat, Macht, Ökonomie sowie psychologischen Momenten. Das Ganze liest sich reichlich wirr und ist nur von sehr untergeordneter politikwissenschaftlicher Relevanz. Leseprobe: "[...] daß den Gegnern der staatlichen Heroinabgabe nicht bewußt ist, daß das patriarchalische Sauberkeitsmodell vom Innen und zu reinigenden oder vernichtenswerten Außen durch die staatliche Heroinabgabe keineswegs gefährdet ist [...]" (58) oder: "Als maßgeblicher Motor [...] muss, neben der Transformation menschlicher Leiber in Maschinenkörper, die internationale Berühmtheit der offenen Schweizer Drogenszene betrachtet werden." (59)
Silke Becker (BE)
Dipl.-Soziologin; freie Journalistin.
Rubrizierung: 2.2632.4 Empfohlene Zitierweise: Silke Becker, Rezension zu: Michaela Moser: Drogen und Politik. Frankfurt a. M. u. a.: 2001, in: Portal für Politikwissenschaft, https://www.pw-portal.de/rezension/16484-drogen-und-politik_18929, veröffentlicht am 01.01.2006. Buch-Nr.: 18929 Rezension drucken
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