/ 21.06.2013
Hillary Rodham Clinton
Eine Welt für Kinder. Aus dem Amerikanischen von Klaus Pemsel
Hamburg: Hoffmann und Campe 2008; 335 S.; geb., 19,95 €; ISBN 978-3-455-50078-3Die erste Ausgabe von „It takes a village“, so der mittlerweile sprichwörtliche Originaltitel, erschien vor zehn Jahren, das Buch liegt nun noch einmal in einer erweiterten Neuauflage vor. Rodham Clinton, die sich als US-Außenministerin inzwischen mit ganz anderen Themen befasst, stellt das politische Anliegen in den Mittelpunkt, das sie seit Jahrzehnten verfolgt: die Familien- und Sozialpolitik, verknüpft mit Fragen des Gesundheitssystems und der Bildung. Diese politischen Aspekte verbindet sie mit persönlichen Erfahrungen und wissenschaftlichen Erkenntnisse über die Bedingungen, unter denen ein Kind idealerweise aufwachsen sollte. Dazu zählen Fragen des Medienkonsums, des Umgangs mit (häuslicher) Gewalt und schlicht auch der Zeit, die man mit seinem Kind verbringen sollte. Rodham Clinton möchte so mit dem Leser und der Leserin in ein „aufrichtiges Gespräch“ (35) treten, was ihr durch den persönlichen Ton in gewisser Weise auch gelingt. Nun macht sie sich selbstverständlich keine Illusionen über das Dorf, in dem ein Kind in dieser Zeit aufwächst, sie versteht darunter nicht mehr einen überschaubaren geografischen Ort. Das Dorf der modernen Gesellschaft wird aus einem Netzwerk aus Familie, Freunden, Lehrern, Sporttrainern und allen anderen gebildet, die eine Bezugsperson für ein Kind sind. Rodham Clinton erweitert dieses moderne Dorf um den Staat und die Gesellschaft, die sie in der Verantwortung sieht – hinsichtlich der Bereitstellung guter Schulen etwa und eines Gesundheitssystems, das alle Bürger auffängt. Es überrascht in diesem Zusammenhang nicht, dass sie wiederholt auf diesbezügliche Gesetze hinweist, die ihr Mann während seiner Präsidentschaft unterschrieb. Dazu zählt beispielsweise das Bildungsgesetz „Goals 2000“. Das Buch hat dennoch seit der Erstausgabe nichts an Aktualität verloren, im Gegenteil: Rodham Clintons Überlegungen bieten immer noch eine breite Ausgangsbasis für die Frage, wie eine Gesellschaft mit ihren Kindern umgehen sollte.
Natalie Wohlleben (NW)
Dipl.-Politologin, Redakteurin pw-portal.de.
Rubrizierung: 2.263 | 2.23 | 2.64 | 2.1
Empfohlene Zitierweise: Natalie Wohlleben, Rezension zu: Hillary Rodham Clinton: Eine Welt für Kinder. Hamburg: 2008, in: Portal für Politikwissenschaft, https://www.pw-portal.de/rezension/28919-eine-welt-fuer-kinder_34138, veröffentlicht am 03.06.2009.
Buch-Nr.: 34138
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Dipl.-Politologin, Redakteurin pw-portal.de.
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