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/ 05.06.2013
Susann Kluge

Empirisch begründete Typenbildung. Zur Konstruktion von Typen und Typologien in der qualitativen Sozialforschung

Opladen: Leske + Budrich 1999; 296 S.; kart., 48,- DM; ISBN 3-8100-2264-0
Diss. Bremen. - Obschon kaum eine sozialwissenschaftliche Studie gänzlich ohne Typisierungen ihres Untersuchungsfeldes auskommen dürfte und im "Bereich qualitativer Sozialforschung von einer Renaissance des Typusbegriffs" gesprochen werden kann (14), lassen sich die begrifflichen und methodischen Grundlagen dieses Vorgehens angesichts einer Vielfalt höchst unterschiedlich verwendeter Typenbegriffe (z. B. Ideal-, Extrem-, empirischer, klassifikatorischer Typ) nur schwer ausmachen. Überdies behandeln auch die meisten methodologischen Handbücher die Frage der Typenbildung nur am Rande. Der am Sonderforschungsbereich 186 "Statuspassagen und Risikolagen im Lebensverlauf" der Universität Bremen entstandenen Arbeit ist es gelungen, einen instruktiven Überblick über relevante Verfahren empirisch begründeter Typenbildung (Barton/Lazarsfeld, Gerhardt; Kuckartz) zu geben (91 ff.), darüber hinaus entwickelt die Autorin allgemeine Regeln eines vierstufigen Modells, das die Typenbildung im Kontext unterschiedlicher Auswertungsmethoden anleiten könnte (257 ff.). Obschon sich Kluge primär auf die Methodik qualitativer Sozialforschung bezieht, sind nicht nur ihre nachvollziehbar dargestellten Beispiele aus der Forschungspraxis (217 ff.) auch für Vertreter quantitativer Verfahren lehrreich. Denn gerade der Einsatz rechnergestützter Auswertungsverfahren verleitet viel stärker als es bei einer qualitativen Untersuchung möglich wäre zu einer Trennung zwischen theoriegeleiteter Interpretation und empirischer Analyse. Inhaltsübersicht: A. Methodologische Grundlagen der Typenbildung: I. Definition des Typusbegriffs; II. Ziele der Typenbildung; III. Arten von Typen und Typologien. B. Verfahren empirisch begründeter Typenbildung: I. Das Konzept des Merkmalsraums und die typologischen Operationen nach BARTON und LAZARSFELD; II. Die Prozeßstrukturanalyse nach Uta Gerhardt; III. Die "Typologische Analyse" nach Udo Kuckartz. C. Beispiele aus der Forschungspraxis. I. Teilprojekt A3: Zusammenhänge zwischen Berufsverlauf und delinquentem Verhalten bei jungen Erwachsenen; II. Der Einsatz rechnergestützter Gruppierungsverfahren. D. Stufenmodell empirisch begründeter Typenbildung: I. Definition des Typusbegriffs; II. Stufenmodell empirisch begründeter Typenbildung.
Thomas Mirbach (Mir)
Dr., wiss. Mitarbeiter, Lawaetz-Stiftung Hamburg, Lehrbeauftragter, Institut für Politische Wissenschaft, Universität Hamburg.
Rubrizierung: 1.2 Empfohlene Zitierweise: Thomas Mirbach, Rezension zu: Susann Kluge: Empirisch begründete Typenbildung. Opladen: 1999, in: Portal für Politikwissenschaft, https://www.pw-portal.de/rezension/8426-empirisch-begruendete-typenbildung_11113, veröffentlicht am 01.01.2006. Buch-Nr.: 11113 Rezension drucken
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