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/ 11.06.2013
Volker Dreier

Empirische Politikforschung

München/Wien: R. Oldenbourg Verlag 1997; XX, 586 S.; pb., 78,- DM; ISBN 3-486-23264-9
Das Buch richtet sich vor allem an Studierende der Politikwissenschaft. Es geht zurück auf die "Konfrontation des Autors mit den vielfältigen Defiziten [... derselben] in bezug auf die Grundlagen empirischer Politikforschung und den Formen der metatheoretischen Reflexionen über diese" (Vorwort). Dementsprechend nimmt der wissenschaftstheoretische Teil mit etwas mehr als 200 Seiten sehr breiten, wenn auch nicht den breitesten, Raum ein. Dieser Gewichtung, aber auch der Fülle der behandelten Themen - neben dem wissenschaftstheoretischen Fundus wird im "praktischen" Teil ("Methoden und Modelle") auf alle Phasen des Forschungsverlaufs mit Ausnahme der Ergebnispräsentation eingegangen - ist es geschuldet, daß die Ausführungen oft nicht mehr als Überblickscharakter bieten (können). Dies ist dem Autor weder anzukreiden noch steht es seinen Absichten entgegen, nämlich der LeserIn erstens die "Voraussetzungen, Grundlagen und Bestandteile empirischer Politikforschung [zu] vermitteln", zweitens zu der Einsicht zu verhelfen, "daß empirische Forschungen ohne wissenschaftstheoretische Reflexionen [...] blind, und wissenschaftstheoretische Reflexionen ohne empirische Forschung leer sind", drittens "Hilfestellung bei der Durchführung eigener empirischer Untersuchungen" zu leisten, viertens dazu zu befähigen, fremde Untersuchungen kritisch beurteilen zu können und fünftens, dazu anzuregen, eigenes "Phantasiepotential für die Entwicklung eventuell neuer Untersuchungsformen für neue Probleme kreativ zu gebrauchen" (3). Positiv ins Gewicht fällt, daß das Werk nicht - wie viele andere vergleichbare Bücher - bei der Datenerhebung und -aufbereitung endet, sondern auch den Prozeß der Datenanalyse mit einer Erläuterung etlicher uni- und bivariater sowie einer Einleitung in die schließenden Statistiken einbezieht. Zwar werden multivariate Analysetechniken ebenfalls behandelt, diese bleiben aber letztlich so dünn, daß, wer über diese wenigstens etwas gehört oder gelesen hat, kaum weitere Aufhellung erfährt. Gleichermaßen hervorzuheben ist die didaktische Aufbereitung des Stoffs, zu der insbesondere die zahlreichen Übersichten, Grafiken und Schaubilder, aber auch die angemessene Dosis Mathematik beitragen. Ferner wird jedes Kapitel mit Hinweisen auf weiterführende Literatur abgeschlossen. Inhaltsübersicht: I. Empirische Politikforschung - Orientierungen: 1. Empirische Politikforschung: Eine (mögliche!) Begriffsbestimmung; 2. Grundfragen empirischer Politikforschung; 3. Die Grundelemente empirischer Politikforschung. II. Wissenschaftstheoretische Grundlagen: 4. Formale Grundlagen empirischer Forschung; 5. Begriffe und Aussagen - Basiselemente empirischer Forschung; 6. Das Problem der theoretischen Terme und die Konzeptionen der logischen Struktur einer empirischen Theorie; 7. Zur Konstruktion von Theorien in der empirischen Politikforschung; 8. Ziele empirischer Forschung: Erklären und/oder Verstehen? III. Methoden und Modelle: 9. Methoden der Messung und Skalierung; 10. Modelle empirischer Politikforschung; 11. Der Ablaufprozeß empirischer Politikforschung I: Von der Idee zur Hypothesenformulierung; 12. Der Ablaufprozeß empirischer Politikforschung II: Das Forschungsdesign; 13. Der Ablaufprozeß empirischer Politikforschung III: Methoden der Auswahl; 14. Der Ablaufprozeß empirischer Politikforschung IV: Methoden der Datenkonstruktion; 15. Der Ablaufprozeß empirischer Politikforschung V: Methoden der Datenanalyse.
Detlef Lemke (Le)
Dipl.-Politologe.
Rubrizierung: 1.2 Empfohlene Zitierweise: Detlef Lemke, Rezension zu: Volker Dreier: Empirische Politikforschung München/Wien: 1997, in: Portal für Politikwissenschaft, https://www.pw-portal.de/rezension/10127-empirische-politikforschung_11981, veröffentlicht am 01.01.2006. Buch-Nr.: 11981 Rezension drucken
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