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/ 11.06.2013
Käthe Vordtriede

"Es gibt Zeiten, in denen man welkt" Mein Leben in Deutschland vor und nach 1933. Hrsg. und mit einem Nachwort versehen von Detlef Garz

Lengwil: Libelle 1999; 278 S.; geb., 38,- DM; ISBN 3-909081-13-4
Die politische Autobiographie wurde zwischen Januar und März 1940 im schweizerischen Exil als Beitrag zu einem amerikanischen Preisausschreiben verfaßt, in dem deutsche Flüchtlinge dazu aufgefordert worden waren, über ihre Erfahrungen vor und nach dem 30. Januar 1933 zu berichten. Das Manuskript galt noch 1998 als verschollen - dem Jahr der Veröffentlichung der im Nachlaß des Literaturwissenschaftlers Werner Vordtriede aufgefundenen Briefe Käthe Vordtriedes (Käthe Vordtriede, "Mir ist es noch wie im Traum, dass mir diese abenteuerliche Flucht gelang..." Briefe nach 1933, aus Freiburg i. Br., Frauenfeld und New York, an ihren Sohn Werner, hrsg. von Manfred Bosch, Lengwil). Es befand sich weder unter den Kopien noch unter den Mikrofilmen, die von den eingesandten Arbeiten angefertigt worden waren und im Archiv der Harvard University aufbewahrt werden. Vielmehr wurde es als gesonderte Filmrolle für eine speziellere Verwendung des US-Geheimdienstes abgelegt. In der Beschreibung ihrer Erfahrungen und Erlebnisse als Sozialdemokratin und Lokalredakteurin in Hitler-Deutschland gelingt Vordtriede - Tochter assimilierter Juden - die Verbindung von gesellschaftstheoretischer Reflexion und anschaulicher Darstellung alltäglicher Beobachtungen.
Julia Schmidt-Häuer (JSH)
Dr., Referentin im wissenschaftlichen Dienst der SPD-Bürgerschaftsfraktion in Bremen.
Rubrizierung: 2.3122.311 Empfohlene Zitierweise: Julia Schmidt-Häuer, Rezension zu: Käthe Vordtriede: "Es gibt Zeiten, in denen man welkt" Lengwil: 1999, in: Portal für Politikwissenschaft, https://www.pw-portal.de/rezension/10747-es-gibt-zeiten-in-denen-man-welkt_12707, veröffentlicht am 01.01.2006. Buch-Nr.: 12707 Rezension drucken
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