/ 20.06.2013
Hans Jonas
Fatalismus wäre Todsünde. Gespräche über Ethik und Mitverantwortung im dritten Jahrtausend. Hrsg. von Dietrich Böhler, im Auftrag des Hans Jonas-Zentrums e. V.
Münster: Lit 2005 (Wissenschaftliche Paperbacks 19); 213 S.; brosch., 19,90 €; ISBN 3-8258-7573-3Der Herausgeber möchte einen Querschnitt der Arbeiten von Hans Jonas darstellen, indem er verschiedene kurze Reden und Diskussionsbeiträge des Philosophen in einem Band versammelt. Das hat den speziellen Reiz, dass Jonas im Gespräch mit einem direkten Ansprechpartner erlebt wird. Ein Einblick in die tieferen Zusammenhänge seines Philosophierens ist so kaum zu erhalten, obwohl sich der Herausgeber in seiner Einleitung um eine zusammenfassende Interpretation der Werke von Jonas bemüht. Jonas erlangte einige Bekanntheit mit seiner Verantwortungsethik, die sich in einer Transformation des Kategorischen Imperativs verknappt so darstellt: „Handle so, daß die Wirkungen deiner Handlungen verträglich sind mit der Permanenz echten menschlichen Lebens auf Erden.“ (13) Diese Prämisse ergibt sich aus einer „moralmethodischen Vorsichtshaltung“ (13), aus einer Ethik der Furcht. Das von einem gewissen Pessimismus geprägte Ziel dieser Ethik ist die Vermeidung des „summum malum“. In einer Rede an Berliner Studenten zeigt sich Jonas aber gleichzeitig als ausgesprochen hoffnungsfroher Skeptiker: „Oh, glauben Sie nicht, glaubt nicht daran, daß Dinge unausweichlich sind, und lasst euch nicht verführen vom Rate angeblich objektiver Notwendigkeit, der wir hilflos gegenüberstünden. Haltet daran fest, daß wie man denkt, was man denkt, was man sagt und wie man in der wechselseitigen Kommunikation Ideen verbreitet, einen Unterschied ausmacht im Gang der Dinge.“ (54)
Sebastian Lasch (LA)
M. A., wiss. Mitarbeiter, Institut für Politikwissenschaft, Universität Jena.
Rubrizierung: 5.44 | 5.42
Empfohlene Zitierweise: Sebastian Lasch, Rezension zu: Hans Jonas: Fatalismus wäre Todsünde. Münster: 2005, in: Portal für Politikwissenschaft, https://www.pw-portal.de/rezension/24070-fatalismus-waere-todsuende_27704, veröffentlicht am 25.06.2007.
Buch-Nr.: 27704
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M. A., wiss. Mitarbeiter, Institut für Politikwissenschaft, Universität Jena.
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