/ 11.06.2013
Sybil Wagener
Feindbilder. Wie kollektiver Hass entsteht
Berlin: Quadriga Verlag 1999; 207 S.; geb., 28,- DM; ISBN 3-88679-334-6Feindbilder geben den Vorstellungen von einem "gefährlichen Gegner" ihre Gestalt. Sei ein Feindbild erst einmal etabliert und in Umlauf gebracht (wofür eine tatsächliche, konkret erfahrene oder belegbare Bedrohung nicht notwendig ist), finde sich auch ein Feind, auf den es paßt: Erst das Feindbild schafft den Feind. Um diese These dreht sich Wageners Essay. Die Autorin beschreibt psychologische und soziale Voraussetzungen für die Entstehung von Feindbildern und versucht, ihre Wirkungen und Funktionen darzustellen. Hierzu wird ein Bogen vom "ersten Feindbild in der europäischen Geschichte" bis hin zu "Feind"-Vorstellungen in der Gegenwart geschlagen, um das Paradigma des Feindbildes im Vergleich verschiedener historischer Erscheinungsformen darstellen zu können. Methodisch ist dieser weit gesteckte Untersuchungsrahmen jedoch nicht unproblematisch, weil die Thesen der Autorin, wenn es um konkrete Sachverhalte und historische Details geht, oftmals weniger begründet als behauptet erscheinen.
Aus dem Inhalt: Das erste Feinbild der europäischen Geschichte: Die Barbaren; Das Feindbild bestimmt die Realität: Die Juden; Die Europäer als Feindbild: Kolonialisten und Rassisten; Der Staat als Feindbild und der Staatsfeind.
Michael Hein (HN)
Dr., wiss. Mitarbeiter, Arbeitsstelle für graphische Literatur, Universität Hamburg, freier Lektor, Übersetzer, Publizist.
Rubrizierung: 2.23 | 2.35 | 2.31
Empfohlene Zitierweise: Michael Hein, Rezension zu: Sybil Wagener: Feindbilder. Berlin: 1999, in: Portal für Politikwissenschaft, https://www.pw-portal.de/rezension/10719-feindbilder_12673, veröffentlicht am 25.06.2007.
Buch-Nr.: 12673
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Dr., wiss. Mitarbeiter, Arbeitsstelle für graphische Literatur, Universität Hamburg, freier Lektor, Übersetzer, Publizist.
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