/ 20.06.2013
Sabine Fromm
Formierung und Fluktuation. Die Transformation der kapitalistischen Verwertungslogik in Fordismus und Postfordismus
Berlin: Wissenschaftlicher Verlag Berlin 2004; 349 S.; brosch., 36,- €; ISBN 3-86573-014-0Diss. Bamberg; Gutachter: G. Schulze, R. Münch. - Am Beispiel des Übergangs vom Fordismus zum Postfordismus untersucht die Autorin die unhinterfragten Argumentationsfiguren und Bilder, die die Ökonomie kulturell verankern und legitimieren. Die Veränderung dieser so genannten Narration will Fromm nachzeichnen. Für den derzeitigen Postfordismus analysiert sie mithilfe der Grounded Theory Texte aus unterschiedlichen Zusammenhängen, wie u. a. Presseartikel oder populäre Wirtschaftsliteratur, deren Auswahl allerdings nur eingeschränkt nachvollziehbar ist. Die Identifikation der hegemonialen Narrationen des Fordismus stützt sich dagegen in erster Linie auf Literaturauswertungen. Fromm kommt zu dem Ergebnis, dass ein paradigmatischer Wechsel der Narrationen von eher technisch-rationalen, unversalistischen, auf Anpassung und Hierarchie orientierten fordistischen Bildern zu eher organisch-netzwerkartigen, ganzheitlich und auf Selbstverwirklichung und Vielfalt zielenden postfordistischen Motiven nachweisbar ist. Diese neuen Narrationen könnten sich u. a. deshalb durchsetzen, weil sie frühere Kritik am kapitalistischen Modell integrieren, sogar in Teilen überwinden und dadurch neue Freiheiten versprechen. Leider krankt die nicht immer plausible Ausarbeitung des Themas an einer unnötig schwierigen, streckenweise regelrecht hermetischen Darstellung.
Silke Becker (BE)
Dipl.-Soziologin; freie Journalistin.
Rubrizierung: 5.42 | 2.2 | 2.22 | 2.262
Empfohlene Zitierweise: Silke Becker, Rezension zu: Sabine Fromm: Formierung und Fluktuation. Berlin: 2004, in: Portal für Politikwissenschaft, https://www.pw-portal.de/rezension/23024-formierung-und-fluktuation_26331, veröffentlicht am 01.01.2006.
Buch-Nr.: 26331
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Dipl.-Soziologin; freie Journalistin.
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