/ 18.06.2013
Hans-Werner Franz / Jürgen Howaldt / Heike Jacobsen / Ralf Kopp (Hrsg.)
Forschen - lernen - beraten. Der Wandel von Wissensproduktion und -transfer in den Sozialwissenschaften
Berlin: edition sigma 2003; 395 S.; 24,90 €; ISBN 3-89404-499-3Der Begriff der Wissensgesellschaft bezeichnet einen zweigleisigen Prozess der Verwissenschaftlichung der Gesellschaft einerseits und der Vergesellschaftung der Wissenschaft andererseits. Diese Entwicklung erfordert neue Formen der Wissensproduktion, der Forschungsorganisation und des Wissenstransfers. Der Band greift das in der Wissenschaftsforschung unter dem Begriff „Mode 2" diskutierte Thema auf und beschäftigt sich aus unterschiedlichen Perspektiven mit der veränderten Rolle und mit dem Stellenwert sozialwissenschaftlicher Disziplinen und ihrem Verhältnis zur Praxis. Die Beiträge resultieren aus einer interdisziplinären Tagung der Sozialforschungsstelle Dortmund vom Juni 2002.
Aus dem Inhalt: I. Paradoxien der Anwendung - Eine Bestandsaufnahme: Wolfgang Bonß: Jenseits von Verwendung und Transformation. Strukturprobleme der Verwissenschaftlichung in der Zweiten Moderne (37-52); Aida Bosch / Joachim Renn: Wissenskontexte und Wissenstransfer: Übersetzen zwischen Praxisfeldern in der „Wissensgesellschaft" (53-69); Stefan Kühl: Wie verwendet man Wissen, das sich gegen die Verwendung sträubt. Eine professionssoziologische Neubetrachtung der Theorie-Praxis-Diskussion in der Soziologie (71-91); Dirk Baecker: Theorie und Praxis des Nichtswissens (93-101). II. Kontexte sozialwissenschaftlicher Forschung und Beratung: Erich Latniak: Wie gut ist der Platz zwischen den Stühlen? Anwendungsorientierte Sozialwissenschaft im Spannungsfeld von Beratung und Forschung (105-120); Alexander T. Nicolai: Das Wissenschafts-/Praxisproblem aus systemtheoretischer Perspektive. Fallanalyse des strategischen Managements (121-136); Heiko Russow: Was heißt Research in einer Unternehmensberatung? Im Spannungsfeld zwischen Wirtschaftlichkeit und Wissenschaft (137-149); Werner Fricke: Sozialwissenschaftliche Forschung in gesellschaftlichen Kontexten (151-173); Klaus Peters: Selbsttäuschung und Selbstverständigung. Über den Zusammenhang von Inhalt und Methode einer Theorie der neuen Autonomie in der Arbeit (175-190). III. Ein neuer Typ sozialwissenschaftlicher Wissensproduktion? Jürgen Howaldt: Sozialwissenschaftliche Wissensproduktion in der Wissensgesellschaft. Von der Notwendigkeit der Verschränkung von Wissensproduktion und gesellschaftlicher Praxis (239-255); Hartmut Hirsch-Kreinsen: Ein neuer Modus sozialwissenschaftlicher Wissensproduktion (257-268); Mathias Wingens: Die Qualität von „mode 2". Einige pointierte Bemerkungen (269-284); Michael Guggenheim: Welche Gütekriterien für die neuen Formen des Wissens brauchen wir? (285-302). IV. Folgen und Folgerungen für das Wissenschaftssystem: Erich Behrendt: Theorielose Praxis - praxislose Theorie: Die Zukunft der Soziologenausbildung (327-338); Dagmar Simon / Bernhard Truffer / Andreas Knie: Reise durchs Grenzland: Ausgründungen als Cross-Over der Wissensproduktion (339-355); Jörg Flecker: Erfolgreicher Spagat oder Auslaufmodell? Erfahrungen mit akademisch orientierter angewandter Forschung (357-368); Hans-Werner Franz: Modus 2 in der sozialwissenschaftlichen Arbeitsforschung: Das Beispiel der Sozialforschungsstelle Dortmund. Eine Zwischenbilanz (369-385).
Anke Rösener (AR)
Dipl.-Politologin, Redakteurin pw-portal.de.
Rubrizierung: 5.2
Empfohlene Zitierweise: Anke Rösener, Rezension zu: Hans-Werner Franz / Jürgen Howaldt / Heike Jacobsen / Ralf Kopp (Hrsg.): Forschen - lernen - beraten. Berlin: 2003, in: Portal für Politikwissenschaft, https://www.pw-portal.de/rezension/18080-forschen---lernen---beraten_20872, veröffentlicht am 01.01.2006.
Buch-Nr.: 20872
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Dipl.-Politologin, Redakteurin pw-portal.de.
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