/ 05.06.2013
Germaine Tillion
Frauenkonzentrationslager Ravensbrück. Aus dem Französischen von Barbara Glaßmann. Mit einem Anhang "Die Massentötungen durch Gas in Ravensbrück" von Anise Postel-Vinay
Lüneburg: zu Klampen Verlag 1998; 410 S.; 48,- DM; ISBN 3-924245-72-XDie Ethnologin Tillion, selbst Überlebende des Frauenkonzentrationslagers Ravensbrück, in das sie 1942 als Mitglied des französischen Widerstands von den Deutschen verschleppt wurde, verbindet in ihrem Erfahrungsbericht dokumentarischen Anspruch mit wissenschaftlicher Reflexion. Die Ereignisse und Fakten, die von den Häftlingen selbst erlebt oder beobachtet und von Tillion während ihrer Lagerhaft bzw. unmittelbar danach schriftlich festgehalten wurden, waren bereits Gegenstand einer ersten Publikation (erschienen 1946). Für eine zweite Veröffentlichung (erschienen 1972) wurden den Häftlingserfahrungen die schriftlichen Aussagen von SS-Angehörigen gegenübergestellt. Mit der Öffnung der Archive des Zweiten Weltkrieges hatte Tillion Gelegenheit, in ganz Europa Informationen zur Lagergeschichte Ravensbrücks zusammenzutragen, mit denen sie das bereits vorhandene Material konfrontierte.
Julia Schmidt-Häuer (JSH)
Dr., Referentin im wissenschaftlichen Dienst der SPD-Bürgerschaftsfraktion in Bremen.
Rubrizierung: 2.312
Empfohlene Zitierweise: Julia Schmidt-Häuer, Rezension zu: Germaine Tillion: Frauenkonzentrationslager Ravensbrück. Lüneburg: 1998, in: Portal für Politikwissenschaft, https://www.pw-portal.de/rezension/6595-frauenkonzentrationslager-ravensbrueck_8919, veröffentlicht am 01.01.2006.
Buch-Nr.: 8919
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Dr., Referentin im wissenschaftlichen Dienst der SPD-Bürgerschaftsfraktion in Bremen.
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