/ 17.06.2013
Goo-Yong Park
Freiheit, Anerkennung und Diskurs. Die Moral- und Rechtsphilosophie des deutschen Idealismus und deren Aktualität in Habermas' Diskurstheorie
Würzburg: Königshausen & Neumann 2001 (Studien zur Anthropologie 22); 259 S.; brosch., 34,77 €; ISBN 3-8260-2083-9Philosoph. Diss. Würzburg; Gutachter: P. Prechtl. - Park sieht die Begriffe von Moralität und Sittlichkeit in den aktuellen philosophischen Kontroversen weitgehend tendenziös behandelt. Beide Begriffe würden, ohne Berücksichtigung ihrer historischen Entwicklung, zumeist lediglich als entgegengesetzte Pole aufgefasst. So letztlich auch von Habermas, der mit seiner Diskursethik letztlich doch von Hegel und gegen ihn zu Kant, d. h. zu der im kategorischen Imperativ ausgedrückten Intuition zurückkehre. In drei umfangsgleichen Teilen analysiert die Dissertation zunächst mit Blick auf dessen Freiheitslehre den kantischen Standpunkt von Moralität und Legalität, und kommt darüber zur Ablehnung seines inhaltslosen Formalismus, seines abstrakten Universalismus und seiner rigorosen Anwendung des Sollens. Anschließend arbeitet Park Parallelen zwischen Hegels Theorie der Anerkennung und seiner Theorie des Rechts heraus, um zu zeigen, dass letztere stärker als bisher angenommen bereits in ersterer vorgezeichnet war. Vor diesem Hintergrund werde deutlich, dass sich, indem Hegel "das Bedürfnis nach authentischer Anerkennung als das unentbehrliche Element für die Identitätsbildung auf einen Begriff gebracht hat" (9), seine Version der sittlichen Anerkennung als der kantischen Position der Moralität in vielerlei Hinsicht überlegen erweise. Schließlich untersucht die Arbeit am Beispiel Habermas', ob es den diskursethischen Ansätzen gelungen ist, die früheren Kontroversen um die Positionen Kants und Hegels zu überwinden. Habermas, so Park, sieht in der Auseinandersetzung Hegels mit der Anerkennung einen entscheidenden Schritt von der Bewusstseins- zur Kommunikationsphilosophie, also gegen Kant. Die Dissertation will nun im Detail klären, ob das habermassche Programm tatsächlich wie versprochen "die Einlösung von Hegels Grundintention mit Kantischen Mitteln zuwege bringt" (15). Dabei betont Park ausdrücklich, dass die Frage nach der Beschaffenheit der praktischen Moral- beziehungsweise Rechtsphilosophie in dieser Arbeit nirgends normativ, sondern immer strikt beschreibend aufgeworfen wird.
Thomas Nitzsche (TN)
M. A., Fachreferent für Politikwissenschaft, Soziologie und Wirtschaftswissenschaft an der Thüringer Universitäts- und Landesbibliothek in Jena (ThULB).
Rubrizierung: 5.44 | 5.33 | 5.4
Empfohlene Zitierweise: Thomas Nitzsche, Rezension zu: Goo-Yong Park: Freiheit, Anerkennung und Diskurs. Würzburg: 2001, in: Portal für Politikwissenschaft, https://www.pw-portal.de/rezension/15663-freiheit-anerkennung-und-diskurs_17856, veröffentlicht am 01.01.2006.
Buch-Nr.: 17856
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M. A., Fachreferent für Politikwissenschaft, Soziologie und Wirtschaftswissenschaft an der Thüringer Universitäts- und Landesbibliothek in Jena (ThULB).
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