/ 20.06.2013
Daniel Cil Brecher
Fremd in Zion. Aufzeichnungen eines Unzuverlässigen
München: Deutsche Verlags-Anstalt 2005; 416 S.; geb., 22,90 €; ISBN 3-421-05868-7Das Buch bietet eine Mischung aus autobiografischen Erfahrungen des Autors und sachlicher Auseinandersetzung mit dem israelischen Zionismus sowie dem Nahost-Konflikt. Die Eltern des in Tel Aviv geborenen Verfassers wurden im Nationalsozialismus verfolgt. Er selbst wuchs in Deutschland auf und ging nach dem Ende des Studiums zurück nach Israel. Dort machte der Historiker eine beachtliche berufliche Karriere, während er den israelischen Nationalismus und die Palästinapolitik des Landes zunehmend kritischer betrachtete. Der Libanon-Krieg im Jahr 1984 wurde zum Wendepunkt im Leben des Autors, der wenig später wieder nach Europa zurückkehrte, wo er bis heute lebt. Seine Probleme und inneren Konflikte, unter denen er infolge der doppelten deutsch-jüdischen Identität sein Leben lang litt, seien in vieler Hinsicht typisch, so Brecher. Mit diesem Buch will er deshalb nicht nur für sich selbst sprechen, sondern die Erfahrungen einer ganzen Generation deutlich werden lassen. Politisch plädiert er nachdrücklich für eine Anerkennung der Schuld Israels am palästinensischen Volk und für eine Rückkehr zur Annäherung und zum Dialog beider Völker.
Silke Becker (BE)
Dipl.-Soziologin; freie Journalistin.
Rubrizierung: 2.63 | 2.1 | 2.23 | 4.41
Empfohlene Zitierweise: Silke Becker, Rezension zu: Daniel Cil Brecher: Fremd in Zion. München: 2005, in: Portal für Politikwissenschaft, https://www.pw-portal.de/rezension/23642-fremd-in-zion_27152, veröffentlicht am 25.06.2007.
Buch-Nr.: 27152
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Dipl.-Soziologin; freie Journalistin.
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