/ 21.06.2013
Niels Beckenbach (Hrsg.)
Fremde Brüder. Der schwierige Weg zur deutschen Einheit
Berlin: Duncker & Humblot 2008 (Zeitgeschichtliche Forschungen 33); 206 S.; 34,- €; ISBN 978-3-428-12727-6In diesem Sammelband werden verschiedene Aspekte der deutschen Teilung und Wiedervereinigung beleuchtet. Historiker und Sozialwissenschaftler beschäftigen sich u. a. mit der Inhaftierungspraxis in der DDR oder mit mentalen Unterschieden zwischen Ost und West; eine Bürgerrechtlerin beschreibt ihren Lebensweg. Gemeinsam ist den meisten Beiträgen die Verbindung von erzählter Lebensgeschichte mit Soziologie und Zeitgeschichte. Dabei werden Gemeinsamkeiten und Unterschiede der zwei deutschen Wege in die Moderne herausgearbeitet. Die Unterschiede sind unmittelbar nach der Wiedervereinigung deutlich zu spüren: Sie werden anhand alltäglicher Kleinigkeiten aufgezeigt, wenn etwa die Ostdeutschen beim Small Talk über ihre Probleme reden, die Westdeutschen über das Wetter. Aber die Unterschiede werden auch verallgemeinert für den stärker individualisierten Westen und den stärker gemeinschaftlichen Osten sowie in ihrer Bedeutung für den Auf- und Ausbau der Berliner Republik problematisiert. Der Band ist aus einer Vortragsreihe über deutsch-deutsche Fragen hervorgegangen, die das Wissenschaftsforum der SPD 2007 in Kassel organisiert hat. Die Beiträge sind von unterschiedlicher Qualität und stehen unverbunden nebeneinander, eine gemeinsame Zielsetzung über das Genannte hinaus ist kaum zu erkennen und auch der Einleitung nicht zu entnehmen.
Andreas Hallermann (AH)
Dr., Politikwissenschaftler, Referent im Thüringer Ministerium für Soziales, Familie und Gesundheit, Erfurt.
Rubrizierung: 2.31 | 2.313 | 2.314 | 2.315 | 2.35
Empfohlene Zitierweise: Andreas Hallermann, Rezension zu: Niels Beckenbach (Hrsg.): Fremde Brüder. Berlin: 2008, in: Portal für Politikwissenschaft, https://www.pw-portal.de/rezension/30032-fremde-brueder_35595, veröffentlicht am 17.03.2009.
Buch-Nr.: 35595
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Dr., Politikwissenschaftler, Referent im Thüringer Ministerium für Soziales, Familie und Gesundheit, Erfurt.
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