/ 21.06.2013
Peter-Michael Hahn
Friedrich der Große und die deutsche Nation. Geschichte als politisches Argument
Stuttgart: Verlag W. Kohlhammer 2007; 285 S.; 28,- €; ISBN 978-3-17-017952-3War Friedrich der Große ein feinsinniger Philosoph oder ein machtbewusster Staatsmann, ein siegreicher Schlachtenlenker oder ein menschenverachtender Gewaltmensch? Die gegensätzliche Wahrnehmung seiner Person ist in hohem Maße an den historisch-politischen Kontext gebunden, in dem man ihn zu verorten wünschte und in dem er sich selbst nach seinem Tod sehen wollte. Diese Studie ist keine Biografie, sondern eine kritische Hinterfragung des gesellschaftlichen und politischen Friedrichbildes im Laufe der historischen Entwicklung. Sie setzt Mitte des 19. Jahrhunderts ein und führt bis zur Teilung Deutschlands in zwei Staaten. Dabei zeigt sich, dass das Bild Friedrich des Großen immer wieder als „publizistische Waffe“ (9) herhalten musste, vor allem im Kontext des Ringens um die Schaffung einer deutschen Nation. Es wird ein umfassendes und facettenreiches Bild eines Mannes gezeichnet, der sehr um seinen Nachruhm bemüht war. Vor diesem Hintergrund werden auch seine literarischen Werke, deren Wahrheit bislang kaum in Zweifel gezogen wurde, einer kritischen Prüfung unterzogen. Die Studie ist gut lesbar und vor allem für Historiker empfehlenswert. Hahn lehrt Geschichte an der Universität Potsdam.
Marko Jakob (MJ)
Dr., MBA.
Rubrizierung: 2.35 | 2.311 | 2.313 | 2.314
Empfohlene Zitierweise: Marko Jakob, Rezension zu: Peter-Michael Hahn: Friedrich der Große und die deutsche Nation. Stuttgart: 2007, in: Portal für Politikwissenschaft, https://www.pw-portal.de/rezension/28367-friedrich-der-grosse-und-die-deutsche-nation_33409, veröffentlicht am 07.03.2008.
Buch-Nr.: 33409
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Dr., MBA.
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