/ 18.06.2013
Annette Rosskopf
Friedrich Karl Kaul. Anwalt im geteilten Deutschland (1906-1981)
Berlin: Berlin Verlag Arno Spitz GmbH 2002 (Berliner Juristische Universitätsschriften: Grundlagen des Rechts 19); 395 S.; kart., 45,- €; ISBN 3-8305-0130-7Rechtswiss. Diss. FU Berlin; Gutachter: R. Schröder. - Kaul war eine schillernde Figur in den deutsch-deutschen Auseinandersetzungen während des Kalten Krieges. Unter den Nazis politisch verfolgt und für elf Jahre in die Emigration gezwungen, entwickelte er sich nach seiner Rückkehr nach Deutschland zu einem linientreuen und loyalen Repräsentanten der DDR, der jedoch zugleich wegen seines individualistischen Lebensstils und seines bürgerlichen Habitus kritisiert wurde. Als in beiden Teilen Deutschlands zugelassener Anwalt wirkte er in zahlreichen Prozessen, insbesondere in NS-Verfahren. Er übte Kritik an der bundesdeutschen Gesellschaft und Justiz und wirkte so einerseits (ungewollt) auf die Vergangenheitsbewältigung in der Bundesrepublik ein, trug aber andererseits zur Verschärfung des Kalten Krieges bei. Die Arbeit bietet eine umfassende, chronologisch strukturierte Darstellung und kritische Einordnung von Kauls anwaltlichem Wirken in der Bundesrepublik und basiert auf neu zugänglichem Archivmaterial sowie Interviews mit Zeitzeugen.
Aus dem Inhalt:
2. Politische Justiz gegen Kommunisten als Schauplatz ideologischer Offensiven
3. Unterhändler im geteilten Deutschland
4. NS-Verfahren als Schauplatz antifaschistischer Offensiven
5. Einflussverlust: Der „Preis der diplomatischen Anerkennung"
Silke Becker (BE)
Dipl.-Soziologin; freie Journalistin.
Rubrizierung: 2.314 | 2.3 | 2.313
Empfohlene Zitierweise: Silke Becker, Rezension zu: Annette Rosskopf: Friedrich Karl Kaul. Berlin: 2002, in: Portal für Politikwissenschaft, https://www.pw-portal.de/rezension/19258-friedrich-karl-kaul_22366, veröffentlicht am 01.01.2006.
Buch-Nr.: 22366
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Dipl.-Soziologin; freie Journalistin.
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