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/ 21.06.2013
Donatella Di Cesare

Gadamer – Ein philosophisches Porträt

Tübingen: Mohr Siebeck 2009; X, 324 S.; brosch., 29,- €; ISBN 978-3-16-149946-3
„Die Frage, die Gadamer aufwirft, ist die Frage des Verstehens – nicht die des Interpretierens. Und Verstehen ist nicht Interpretieren, vielmehr ist das Interpretieren ein Grenzfall des Verstehens.“ (270) In ihrem philosophischen Porträt von Hans-Georg Gadamer praktiziert Di Cesare selbst die „Wachsamkeit“, die das „Hermeneutisch-Sein“ (233 ff.) auszeichnet. In ihrem Unternehmen, Gadamers „lebensnahe Ethik“ (136 ff.) vor dem „Horizont des Gesprächs“ (180 ff.) nachzuzeichnen, stellt die Verfasserin Gadamers Denken als „Hermeneutik in der Welt“ (38 ff.) dar. Ausgehend von der Schilderung wichtiger Lebensereignisse und prägender akademischer Begegnungen geht Cesare Gadamers Denketappen nach und verortet diese in der Veränderung und Entwicklung seiner philosophischen Hermeneutik. Dabei hebt sie hervor, dass Gadamers Denken auf die „gemeinsame Sprachlichkeit des Verstehens“ (275) zielt. „Wenn Verstehen wie Atmen ist“, so ist unsere atemlose Moderne gut beraten, sich in Fragen der Praxis auf die Ursprünglichkeit des Fragens einzulassen und in allem existenziellen Ernst – wie Gadamer selbst formuliert – „sich dem Gespräch offen zu halten“ (46 ff.).
Karl-Heinz Breier (KHB)
Prof. Dr., Institut für Sozialwissenschaften und Philosophie, Universität Vechta.
Rubrizierung: 5.46 Empfohlene Zitierweise: Karl-Heinz Breier, Rezension zu: Donatella Di Cesare: Gadamer – Ein philosophisches Porträt Tübingen: 2009, in: Portal für Politikwissenschaft, https://www.pw-portal.de/rezension/30767-gadamer--ein-philosophisches-portraet_36560, veröffentlicht am 02.07.2009. Buch-Nr.: 36560 Inhaltsverzeichnis Rezension drucken
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