/ 05.06.2013
Jakob Tanner / Sigrid Weigel (Hrsg.)
Gedächtnis, Geld und Gesetz. Vom Umgang mit der Vergangenheit des Zweiten Weltkrieges
Zürich: vdf Hochschulverlag AG an der ETH Zürich 2002 (Zürcher Hochschulforum 29); 376 S.; 29,90 €; ISBN 3-7281-2658-6Die Autorinnen und Autoren beschäftigen sich damit, wie die Geldmetaphorik Geschichtsbilder dominiert und wie dieses Phänomen die Debatte um das Verhalten der Schweiz im Zweiten Weltkrieg beeinflusst hat. Sie gehen auch auf national unterschiedliche Mythenbildung im Umgang mit nicht abgeschlossener Geschichte ein und analysieren Verlaufsformen, Kontinuitäten und Brüche in der rechtlichen, ökonomischen und kulturellen Aufarbeitung der Vergangenheit.
Aus dem Inhalt: Jakob Tanner / Sigrid Weigel: Gedächtnis, Geld und Gesetz in der Politik mit der Vergangenheit des Zweiten Weltkriegs und des Holocaust (7-18); Jakob Tanner: Die Historikerkommission zwischen Forschungsauftrag und politischen Erwartungen (19-38); Sigrid Weigel: Zeugnis und Zeugenschaft, Klage und Anklage. Zur Differenz verschiedener Gedächtnisorte und -diskurse (39-62); Saul Friedländer: History, Memory and the Historian: Dilemmas and Responsibilities (63-76); Jacques Picard: Die Schweiz auf der "Zuschauerbank" der Geschichte? Über die "Neutralität" in einem Zeitalter globaler Krisen und genozidaler Kriege (77-107); Daniel Thürer: Über die schweizerische Neutralität und ihre Hintergründe: Bewährung im Zweiten Weltkrieg? Folgerungen für die Zukunft (109-143); Dan Diner: Über Schulddiskurse und andere Narrative. Epistemologisches zum Holocaust (179-201); Raphael Gross / Werner Konitzer: Geschichte und Ethik: Zum Einfluss nationalsozialistischer Moral auf die Ethik in Deutschland (203-230); Norbert Frei: Der Nürnberger Prozess und die Deutschen (231-249); Michael Wildt: Geld und Weltanschauung. Über unterschiedliche Rationalitäten bei der Verfolgung und Ermordung der europäischen Juden (251-267); Peter Hug: Steuerflucht und die Legende vom antinazistischen Ursprung des Bankgeheimnisses. Funktion und Risiko der moralischen Überhöhung des Finanzplatzes Schweiz (269-321); Birgit R. Erdle: Aus der Geschichte des Schadensdiskurses nach 1945 (323-348); Daniel Wildmann: Die zweite Verfolgung: Rechtsdiskurs und Konstruktion von Geschichte in der Schweiz (349-371).
Walter Rösch (WR)
M. A., Politikwissenschaftler.
Rubrizierung: 2.35 | 2.5 | 2.312
Empfohlene Zitierweise: Walter Rösch, Rezension zu: Jakob Tanner / Sigrid Weigel (Hrsg.): Gedächtnis, Geld und Gesetz. Zürich: 2002, in: Portal für Politikwissenschaft, https://www.pw-portal.de/rezension/7486-gedaechtnis-geld-und-gesetz_9972, veröffentlicht am 01.01.2006.
Buch-Nr.: 9972
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M. A., Politikwissenschaftler.
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