/ 21.06.2013
Rüdiger vom Bruch
Gelehrtenpolitik, Sozialwissenschaften und akademische Diskurse in Deutschland im 19. und 20. Jahrhundert. Hrsg. von Björn Hofmeister und Hans-Christoph Liess
Stuttgart: Franz Steiner Verlag 2006 (Geschichte); 430 S.; kart., 68,- €; ISBN 978-3-515-08869-5Der Band enthält Aufsätze aus den letzten 25 Jahren, in denen sich der Autor mit Themen aus der Universitäts- und Wissenschaftsgeschichte beschäftigt hat. Unter dem Begriff Gelehrtenpolitik versteht er „ein aus strenger und außerwissenschaftlichen Zumutungen entzogener fachwissenschaftlicher Erkenntnisarbeit beanspruchtes politisches Mandat zur Wegweisung in innen- wie außenpolitisch maßgeblichen nationalen Handlungsoptionen“ (7). Betrachtet werden unter dieser Perspektive sowohl einzelne Wissenschaftler und deren politische und habituelle Dispositionen, als auch besonders politisch exponierte Disziplinen und besondere soziale, kulturelle und politische Hintergründe. So untersucht Bruch unter anderem die Gelehrten Adolf von Harnack, Max Weber, Gustav Schmoller und Friedrich Meinecke; er hinterfragt die Haltung der Professoren zu Aufrüstung, Imperialismus und Krieg; er analysiert Stellungnahmen zu sozialpolitischen Fragestellungen und widmet sich insbesondere der öffentlichen Wirkung der Professoren. Die einzelnen Beiträge wurden kaum redaktionell bearbeitet. Der Titel des Bandes ist ein wenig irreführend, da kaum ein Beitrag den historischen Bogen über das Ende des Ersten Weltkriegs hinwegspannt.
Markus Lang (ML)
Dr., Politikwissenschaftler.
Rubrizierung: 2.311 | 5.2 | 5.46 | 1.1
Empfohlene Zitierweise: Markus Lang, Rezension zu: Rüdiger vom Bruch: Gelehrtenpolitik, Sozialwissenschaften und akademische Diskurse in Deutschland im 19. und 20. Jahrhundert. Stuttgart: 2006, in: Portal für Politikwissenschaft, https://www.pw-portal.de/rezension/27893-gelehrtenpolitik-sozialwissenschaften-und-akademische-diskurse-in-deutschland-im-19-und-20-jahrhundert_32772, veröffentlicht am 31.03.2008.
Buch-Nr.: 32772
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Dr., Politikwissenschaftler.
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