/ 12.06.2013
Michael Opielka
Gemeinschaft in Gesellschaft. Soziologie nach Hegel und Parsons
Wiesbaden: VS Verlag für Sozialwissenschaften 2004; 445 S.; geb., 42,90 €; ISBN 3-531-14225-9Obschon der Begriff der Gemeinschaft im Kontext der Debatten über den Kommunitarismus größeres politisches und wissenschaftliches Interesse gefunden hat, scheint er für die neuere soziologische Theoriebildung – sie folgt primär differenzierungs- und individualisierungstheoretischen Konzepten - wenig anschlussfähig zu sein. Opielka möchte mit seiner ebenso breit angelegten wie ambitionierten Studie dagegen zur soziologischen Rehabilitierung des Gemeinschaftsbegriffs beitragen. An Parsons anschließend votiert er dafür, „Gemeinschaft“ nicht als Gegenbegriff zu „Gesellschaft“ anzusetzen, sondern neben Wirtschaft, Politik und Legitimation als eines von vier analytisch unterscheidbaren Subsystemen. Dieser Vorschlag wird über eine differenzierte Auseinandersetzung mit Parsons hinaus einerseits mit Bezug auf Hegel intersubjektivitätstheoretisch begründet, andererseits mit einschlägigen Ausführungen von Habermas, Luhmann und Vertretern des Kommunitarismus konfrontiert. Weil „Sozialpolitik in besonderer Weise gemeinschaftliche Problemlagen der modernen Gesellschaft reguliert“ (16), bildet abschließend die soziologische Theorie des Wohlfahrtsstaates ein Feld, an dem Opielka die letztlich auch politisch-praktischen Anwendungsmöglichkeiten seines reformulierten Gemeinschaftsbegriffs diskutiert.
Thomas Mirbach (MIR)
Dr., wiss. Mitarbeiter, Lawaetz-Stiftung Hamburg, Lehrbeauftragter, Institut für Politische Wissenschaft, Universität Hamburg.
Rubrizierung: 5.42 | 5.43 | 5.33
Empfohlene Zitierweise: Thomas Mirbach, Rezension zu: Michael Opielka: Gemeinschaft in Gesellschaft. Wiesbaden: 2004, in: Portal für Politikwissenschaft, https://www.pw-portal.de/rezension/14286-gemeinschaft-in-gesellschaft_26728, veröffentlicht am 01.01.2006.
Buch-Nr.: 26728
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Dr., wiss. Mitarbeiter, Lawaetz-Stiftung Hamburg, Lehrbeauftragter, Institut für Politische Wissenschaft, Universität Hamburg.
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