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/ 20.06.2013
Ellen Kuhlmann / Petra Kolip

Gender und Public Health. Grundlegende Orientierungen für Forschung, Praxis und Politik

Weinheim/München: Juventa Verlag 2005 (Grundlagentexte Gesundheitswissenschaften); 256 S.; brosch., 19,50 €; ISBN 3-7799-1566-9
„Gesundheit, Krankheit und die Gesundheitsversorgung sind auf vielfältige Weise von gesellschaftlichen Vorstellungen über ‚Weiblichkeit’ und ‚Männlichkeit’, den sozialen Beziehungen zwischen den Geschlechtern, den Lebenslagen und den Machtverhältnissen zwischen Frauen und Männern geprägt.“ (217) Diese Zusammenhänge aufzuzeigen und das Potenzial der Geschlechterperspektive im Gesundheitswesen auszuloten, ist das Ziel dieser Studie. Die Autorinnen greifen Erfahrungen und Konzepte aus der Frauengesundheitsforschung, Ansätze der feministischen Theorie sowie Erkenntnisse der Geschlechterforschung auf und suchen die Kategorie Geschlecht anhand ausgewählter Themenfelder begrifflich zu schärfen. Im Mittelpunkt steht die Frage nach den Chancen und Risiken der Gender-Mainstreaming-Strategie, mit deren Einführung im Gesundheitswesen die gesundheitlichen Ungleichheiten zwischen den Geschlechtern verringert und die Qualität der Gesundheitsversorgung verbessert werden sollen. Am Beispiel der Gesundheitsprävention, der Arzneimittelversorgung, der koronaren Herzkrankheit sowie anhand der beiden Reformelemente Disease Management und Qualitätsmanagement werden aktuelle Umsetzungsprobleme, Anwendungsmöglichkeiten und Innovationspotenziale von Gender Mainstreaming herausgearbeitet. Gender Mainstreaming sei angesichts der desolaten öffentlichen Finanzlage „keine ‚add-on-Therapie’ für geschlechterpolitische ‚Schönwetterlagen’“ (219), sondern ein unverzichtbares Gebot bei der Bewältigung neuer Herausforderungen. Insgesamt sehen die Autorinnen in Gender Mainstreaming „eine Erfolg versprechende Strategie, wenn sie mit feministischen Perspektiven verknüpft und mit der notwendigen Nachhaltigkeit umgesetzt wird“ (23). Das Buch bietet allen, die sich mit dem aktuellen Reformgeschehen in der Gesundheitspolitik befassen, eine gut lesbare und anwendungsbezogene Grundlage zum Thema.
Anke Rösener (AR)
Dipl.-Politologin, Redakteurin pw-portal.de.
Rubrizierung: 2.3432.36 Empfohlene Zitierweise: Anke Rösener, Rezension zu: Ellen Kuhlmann / Petra Kolip: Gender und Public Health. Weinheim/München: 2005, in: Portal für Politikwissenschaft, https://www.pw-portal.de/rezension/24830-gender-und-public-health_28701, veröffentlicht am 25.06.2007. Buch-Nr.: 28701 Inhaltsverzeichnis Rezension drucken
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