/ 18.06.2013
Klaus Roth
Genealogie des Staates. Prämissen des neuzeitlichen Politikdenkens
Berlin: Duncker & Humblot 2003 (Beiträge zur Politischen Wissenschaft 130); 940 S.; 126,- €; ISBN 3-428-11117-6Politikwiss. Habilitationsschrift FU Berlin. - Der Autor hält das Ende der Staatsidee für gekommen und legt doch eine äußerst ambitionierte und umfangreiche Untersuchung ihrer Entstehung und Entfaltung vor. Da Roth eine Entstehungsgeschichte jedoch als Prozess der Entwicklung eines Konzepts im Umfeld von und aus verschiedenen Alternativen versteht, tritt die Staatsidee als solche erst nach über 350 Seiten auf. Zunächst erarbeitet er in den ersten drei Kapiteln die alternativen Politikbegriffe der antiken Polis, der Großreiche und der jüdisch-christlichen Tradition. Vor diesem Hintergrund tritt dann die Staatsidee hervor, die er als ein spezifisches, historisch gebundenes Paradigma des Politikdenkens auffasst. Ihre Anfänge sieht er im Investiturstreit des späten 11. Jahrhunderts und ihre Konkretisierung „im 13. und 14. Jahrhundert im Zusammenprall und in der schließlichen Synthese von christlichem Reich und antikem Polisdenken" (46). Nach 600 Seiten erreicht der Autor die Phase der Bildung des Staatensystems. Abschließend umreißt Roth dann noch den „Kampf um die adäquate Staatsform und um die Grenzen des Staates" (730).
Guido Koch (GK)
Dr., Politikwissenschaftler, Qualitätsmanagment, GESIS - Leibniz-Institut für Sozialwissenschaften.
Rubrizierung: 5.3
Empfohlene Zitierweise: Guido Koch, Rezension zu: Klaus Roth: Genealogie des Staates. Berlin: 2003, in: Portal für Politikwissenschaft, https://www.pw-portal.de/rezension/19890-genealogie-des-staates_23153, veröffentlicht am 01.01.2006.
Buch-Nr.: 23153
Rezension drucken
Dr., Politikwissenschaftler, Qualitätsmanagment, GESIS - Leibniz-Institut für Sozialwissenschaften.
CC-BY-NC-SA