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/ 18.06.2013
Michael Wildt

Generation des Unbedingten. Das Führungskorps des Reichssicherheitshauptamtes

Hamburg: Hamburger Edition 2002; 964 S.; geb., 40,- €; ISBN 3-930908-75-1
Das Führerkorps des Reichssicherheitshauptamtes (RSHA) war eine im September 1939 aus Geheimer Staatspolizei, Kriminalpolizei und dem Sicherheitsdienst der SS gebildete Polizeibehörde unter der Leitung Reinhard Heydrichs, der insgesamt 400 Männer angehörten. Der Autor hat 221 Biografien dieser "Kerngruppe des Genozids" (Ulrich Herbert) erforscht und sozial- und berufsstatistisch ausgewertet; er kommt zu einem für die NS-Täterforschung wichtigen Befund: "Diese Männer waren keine Schreibtischtäter oder Bürokraten. Sie verbanden ihre Arbeit in der Zentrale in Berlin mit der Praxis vor Ort, vollzogen die terroristische Besatzungsherrschaft nicht nur per Erlaß oder Verfügung jenseits des Geschehens, sondern praktizierten den Terror." (861) Ein weiteres Ergebnis der Untersuchung lautet: Die meisten Führungspersonen konnten sich nach 1945 den neuen Bedingungen anpassen und ihren Berufen bei der Polizei oder in mittelständischen Unternehmen weiter nachgehen.
Kaspar Nürnberg (KN)
M. A., Historiker, Geschäftsführer des Vereins Aktives Museum, Berlin.
Rubrizierung: 2.3122.311 Empfohlene Zitierweise: Kaspar Nürnberg, Rezension zu: Michael Wildt: Generation des Unbedingten. Hamburg: 2002, in: Portal für Politikwissenschaft, https://www.pw-portal.de/rezension/17540-generation-des-unbedingten_20196, veröffentlicht am 01.01.2006. Buch-Nr.: 20196 Rezension drucken
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