/ 11.06.2013
Karl Acham (Hrsg.)
Geschichte der österreichischen Humanwissenschaften. Band 1: Historischer Kontext, wissenschaftssoziologische Befunde und methodologische Voraussetzungen
Wien: Passagen Verlag 1999 (Passagen Humanwissenschaften); 412 S.; 98,- DM; ISBN 3-85165-388-2Mit der auf insgesamt sechs Bände angelegten Reihe zur Darstellung der Geschichte der österreichischen Humanwissenschaften seit circa 1800 bis in die 1970er Jahre, in der über 70 Fachgelehrte der verschiedensten Disziplinen ihre Beiträge veröffentlichen werden, soll unter anderem ein Teil einer Wissenschaftskultur erhalten werden, die sich in hohem Maße durch finanzielle Uneigennützigkeit und soziale Vernunft auszeichnet. Die Vorarbeiten zur Planung des Sammelwerkes gehen auf ein internationales Symposium des Jahres 1995 zurück, das in den Räumen der Österreichischen Akademie der Wissenschaften in Wien zum Thema "Der Beitrag Österreichs zu den Wissenschaften des Menschen im 19. und 20. Jahrhundert" stattfand. Der Herausgeber habilitierte im Fach Philosophie und ist seit 1974 Professor und Leiter der Abteilung für Soziologische Theorie, Ideengeschichte und Wissenschaftslehre am Institut für Soziologie der Universität Graz. - Die beeindruckende wissenschaftliche und sprachliche Qualität der Aufsätze sowie die abgedruckte Themenübersicht über den Inhalt der folgenden Bände lassen auch für diese das Beste erwarten.
Inhalt: A. Historisches und Wissenschaftssoziologisches: 1. Wissenschaftsentwicklung und Wissenschaftsorganisation: Alois Kernbauer: Wissenschaft in Österreich um 1800 (51-91); Walter Höflechner: Österreich: eine verspätete Wissenschaftsnation? (93-114); Peter Stachel: Das österreichische Bildungssystem zwischen 1749 und 1918 (115-146). 2. Politische Veränderungen und Wissenschaftswandel: Walter Höflechner: Die Auswirkungen politischer und kultureller Veränderungen auf Forschungsorientierung und Wissenschaftsorganisation (149-214); Mitchell G. Ash: Wissenschaftswandel und politische Ereignisgeschichte im 20. Jahrhundert (215-246). B. Methodologisches: 3. Ein Blick auf österreichische Gegebenheiten: Peter Stachel: Leibniz, Bolzano und die Folgen. Zum Denkstil der österreichischen Philosophie, Geistes- und Sozialwissenschaften (253-296); Erwin N. Hiebert: Geschichtliche Betrachtungen über die gemeinsamen Grenzen der Exakten Wissenschaften und der Kulturwissenschaften (297-321). 4. Zur jüngeren internationalen Diskussion über das Selbstverständnis der Humanwissenschaften: Gunter Scholtz: Die hermeneutische Betrachtungsweise und das Verhältnis von Geistes- und Sozialwissenschaften (325-340); Reinhart Koselleck: Begriffsgeschichte und Geschichtsbegriffe (341-356); Gerhard Vollmer: Einheit der Wissenschaft - Sinn, Chancen, Probleme (357-391).
Leslie Piert (LP)
Rubrizierung: 2.4 | 5.2
Empfohlene Zitierweise: Leslie Piert, Rezension zu: Karl Acham (Hrsg.): Geschichte der österreichischen Humanwissenschaften. Wien: 1999, in: Portal für Politikwissenschaft, https://www.pw-portal.de/rezension/11317-geschichte-der-oesterreichischen-humanwissenschaften_13410, veröffentlicht am 01.01.2006.
Buch-Nr.: 13410
Rezension drucken
CC-BY-NC-SA