/ 18.06.2013
Siegfried J. Schmidt
Geschichten & Diskurse. Abschied vom Konstruktivismus
Reinbek bei Hamburg: Rowohlt Taschenbuch Verlag 2003 (rowohlts enzyklopädie 55660); 160 S.; 10,90 €; ISBN 3-499-55660-XSchmidt, einer der Haupttheoretiker des Radikalen Konstruktivismus, will eine neue Begründung konstruktivistischen Denkens aus sich selbst heraus leisten. Die zentrale Grundlage jeder menschlichen Kommunikation sei der Sinn, so die Grundannahme. Deshalb untersucht der Autor die Mechanismen, die der Erzeugung von Sinn dienen. Grundlegend sei das Verhältnis von Setzung und Voraussetzung. Jede Sinnsetzung erfolge demnach aufgrund vorheriger Setzungen (Voraus-Setzungen), die umgekehrt wiederum von der aktuellen Sinnsetzung abhängig seien. Bei der Analyse dieses Prozesses seien die beiden miteinander verklammerten Begriffe „Geschichten" und „Diskurse" zentral, wobei Letztere Kommunikations- und Erstere Handlungszusammenhänge bezeichnen. Diese hätten die Funktion, die Selektion von Sinnzusammenhängen zu strukturieren und damit zu erleichtern. Mit der - vorwiegend philosophisch orientierten - Ausarbeitung dieser Zusammenhänge will der Autor die traditionelle Opposition von Realität und Erkenntnis, Subjekt und Objekt überwinden; zugleich soll mit diesem Konzept die Neufassung konstruktivistischen Denkens als Prozess geleistet und damit der herkömmliche Konstruktivismus reformuliert werden.
Silke Becker (BE)
Dipl.-Soziologin; freie Journalistin.
Rubrizierung: 5.42
Empfohlene Zitierweise: Silke Becker, Rezension zu: Siegfried J. Schmidt: Geschichten & Diskurse. Reinbek bei Hamburg: 2003, in: Portal für Politikwissenschaft, https://www.pw-portal.de/rezension/20453-geschichten--diskurse_23843, veröffentlicht am 01.01.2006.
Buch-Nr.: 23843
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Dipl.-Soziologin; freie Journalistin.
CC-BY-NC-SA