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/ 21.06.2013
Martina Löw (Hrsg.)

Geschlecht und Macht. Analysen zum Spannungsfeld von Arbeit, Bildung und Familie

Wiesbaden: VS Verlag für Sozialwissenschaften 2009; 236 S.; 29,90 €; ISBN 978-3-531-15163-2
Die Frage, wie Macht das Geschlechterverhältnis bestimmt, erörtern vierzehn überwiegend soziologisch ausgerichtete Autorinnen und Autoren. Sie konzentrieren sich auf die Themenbereiche Familie und Erwerbsleben, Karriere sowie Bildung. Die Familie wird als ein Bereich beschrieben, in dem die Machtfrage zwischen den Geschlechtern dann brisant wird, sobald Kinder geboren werden. Nach wie vor machen fast ausschließlich Frauen für die Kindererziehung Abstriche in der Berufstätigkeit, was zumeist mit Einkommenseinbußen und einem Karriereknick verbunden ist. Anhand von aktuellen Daten zur Hochschulentwicklung wird geprüft, ob die universitäre Bildung von Frauen langfristig zum Erfolg von Frauen im wissenschaftlichen Bereich führt. Zwar zeugen bessere Abschlüsse von Frauen von einem Vorsprung, der jedoch mit dem Übergang in eine universitäre Karriere wieder schwindet. Die These von der ungleichen Teilhabe an Macht von Männern und Frauen im Hinblick auf eine geschlechtsspezifische Zusammensetzung von Spitzenpositionen bestätigt sich noch immer. Die Gründe hierfür werden in tradierten, strukturellen Hindernissen gesehen, wie etwa familienunfreundlichen Arbeitsverhältnissen, die innerhalb der Hochschulen und der Forschung fortbestehen und die zu dem ungleichen Status von Frauen und Männern in der akademischen Welt führen. Am Beispiel der Karriere von Angela Merkel wird untersucht, wie Machtmonopole entstehen können. Merkel sei es „trotz ‚mangelnder Voraussetzungen’ für den politischen Posten (sie ist weiblich, kommt aus der ehemaligen DDR, ist protestantisch und einmal geschieden)“ gelungen, schnell und weit aufzusteigen, da sie sich Fähigkeiten wie „energisches Streben nach Demokratie und ausgeprägte Beobachtungsgabe“ angeeignet habe, welche es ihr ermöglichten „in den politischen Figurationen die Position der Bundeskanzlerin einzunehmen“ (9). Mit diesem Band würdigen die Autorinnen und Autoren die Wissenschaftlerin Ursula Rabe-Kleberg, die das Verhältnis von Arbeit, Bildung, Geschlecht und Macht zu ihrem Lebensthema gemacht hat, anlässlich ihres 60. Geburtstags.
Sabine Steppat (STE)
Dipl.-Politologin, Redakteurin pw-portal.de.
Rubrizierung: 2.272.365.42 Empfohlene Zitierweise: Sabine Steppat, Rezension zu: Martina Löw (Hrsg.): Geschlecht und Macht. Wiesbaden: 2009, in: Portal für Politikwissenschaft, https://www.pw-portal.de/rezension/30459-geschlecht-und-macht_36161, veröffentlicht am 05.05.2009. Buch-Nr.: 36161 Inhaltsverzeichnis Rezension drucken
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