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/ 19.06.2013
Joachim Bornschein

Gestapochef Heinrich Müller

Leipzig: Militzke Verlag 2004; 224 S.; geb., 24,80 €; ISBN 3-86189-711-3
Bornschein zeichnet das Leben des Reichskriminaldirektors Müller nach, der als Leiter des Amtes IV Chef der Gestapo und anderer Polizeieinheiten war. In dieser Position hatte er, so der Autor, alle Einweisungen in Konzentrationslager, so genannte „Sonderbehandlungen", Schutzhaftanträge sowie die Koordination und Durchführung der Judenverfolgung zu verantworten (z. B. ordnete er das Tragen des gelben Judensterns an). Da er viele Exekutionsbefehle sowie Befehle für mehrere Massenerschießungen gab, war er auch direkt für den Tod zahlreicher Menschen verantwortlich. Außerdem hatte er maßgeblich Anteil an den deutschen Kriegsvorbereitungen. Seit April 1945 ist er spurlos verschwunden. Es gilt aber als wahrscheinlich, dass ihm die Flucht gelang und dass er dabei amerikanische Unterstützung erhalten hat. In diese Biografie sind Materialien aus der erst seit 2000 freigegebenen amerikanischen Geheimakte Müllers eingeflossen.
Silke Becker (BE)
Dipl.-Soziologin; freie Journalistin.
Rubrizierung: 2.3122.3 Empfohlene Zitierweise: Silke Becker, Rezension zu: Joachim Bornschein: Gestapochef Heinrich Müller Leipzig: 2004, in: Portal für Politikwissenschaft, https://www.pw-portal.de/rezension/20742-gestapochef-heinrich-mueller_24190, veröffentlicht am 01.01.2006. Buch-Nr.: 24190 Rezension drucken
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