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/ 21.06.2013
Nils C. Bandelow / Florian Eckert / Robin Rüsenberg (Hrsg.)

Gesundheit 2030. Qualitätsorientierung im Fokus von Politik, Wirtschaft, Selbstverwaltung und Wissenschaft

Wiesbaden: VS Verlag für Sozialwissenschaften 2009; 336 S.; brosch., 39,90 €; ISBN 978-3-531-16804-3
Die Herausgeber beschreiben die Gesundheitspolitik als ein dynamisches, höchst sensibles und komplexes, von multiplen Interessenlagen geleitetes und damit nur schwer steuerungsfähiges sowie intransparentes Politikfeld, in dem die vier allgemeinen Ziele Finanzierbarkeit, Qualität, Solidarität und Wachstum konkurrieren. Dabei habe das Qualitätsthema in den vergangenen Jahren an Bedeutung gewonnen. Bandelow, Eckert und Rüsenberg möchten die langfristigen Ziele und Strategien der deutschen Gesundheitspolitik erkunden und haben wichtige Akteure und Interessengruppen des Gesundheitssektors gebeten, entlang von Leitfragen ihre Vorstellungen über die Qualität und die Zukunft des Gesundheitswesens zu äußern. Zu den 23 Autoren zählen neben Repräsentanten des Staates und der Parteien Vertreter der gesetzlichen und privaten Krankenversicherung, der Bundesärztekammer, des Krankenhaussektors, der Apothekenbranche, Pharmazie und Medizintechnik, der Gewerkschaften sowie Akteure aus Patienten- und Versichertenverbänden. Mit deren Stellungnahmen wird ein breites Meinungsspektrum abgebildet und zugleich ein zusammenhängender Überblick über die gegenwärtige gesundheitspolitische Debatte geboten. Mithilfe einer Clusteranalyse werden anschließend Übereinstimmungen und Differenzen sowie mögliche Koalitionen und Konfliktlinien zwischen den Akteuren herausgearbeitet. Danach scheint sich einerseits die „Existenz traditioneller Frontlinien zu bestätigen“ (324), andererseits finden sich auch Anzeichen dafür, dass die gewohnten Konfliktlinien durch die Schwerpunktsetzung auf das Qualitätsziel überwunden werden könnten. In zwei zusätzlichen politik- und kommunikationswissenschaftlichen Beiträgen zeigen die Herausgeber die schwindende Bedeutung der Parteien als „Arenen der Entscheidungsfindung“ (275) auf und halten für die nächsten 20 Jahre einen „Strukturwandel der gesundheitspolitischen Öffentlichkeit“ für absehbar, bei dem „Partikularinteressen [...] zugunsten von Gemeinwohlinteressen an Bedeutung verlieren [könnten]“ (294).
Anke Rösener (AR)
Dipl.-Politologin, Redakteurin pw-portal.de.
Rubrizierung: 2.3432.331 Empfohlene Zitierweise: Anke Rösener, Rezension zu: Nils C. Bandelow / Florian Eckert / Robin Rüsenberg (Hrsg.): Gesundheit 2030. Wiesbaden: 2009, in: Portal für Politikwissenschaft, https://www.pw-portal.de/rezension/31701-gesundheit-2030_37775, veröffentlicht am 10.03.2010. Buch-Nr.: 37775 Inhaltsverzeichnis Rezension drucken
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