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/ 18.06.2013
Eric Voegelin

Giambattista Vico - La Sczienza Nuova. Hrsg. und mit einem Vorwort von Peter J. Opitz. Mit einem Nachwort von Stephan Otto. Aus dem Englischen übersetzt von Nils Winkler und Anna E. Frazier

München: Wilhelm Fink Verlag 2003 (Periagoge: Texte); 144 S.; brosch., 21,90 €; ISBN 3-7705-3920-6
Die wieder breiter rezipierten Arbeiten des deutsch-amerikanischen Philosophen und Begründers der „Münchener Schule" der Politikwissenschaft, Voegelin, liegen bis heute noch nicht vollständig in deutscher Übersetzung vor. Das gilt auch für seine umfangreiche, kürzlich erst posthum veröffentlichte „History of Political Ideas", deren Kapitel über Vico hiermit als selbstständige Schrift veröffentlicht wird. Dies rechtfertigt sich nicht nur angesichts der Tatsache, dass die Rezeption von Vico (1688-1744) selbst in den letzten Jahren zugenommen hat. Voegelins späteres Werk „The New Science of Politics", so Opitz in seiner Einführung, war im Titel eine Anspielung auf Vicos „Nuova Scienza", die dieser gegen Galileis Schrift gerichtet hatte. Voegelin, geprägt von Platon, Aristoteles und Augustinus, sah in Vico einen seelenverwandten, „antignostischen" Denker. Mit ihm, so fasst er es am Ende des Textes selbst zusammen, fand er sich in Übereinstimmung hinsichtlich der „Gegenposition zur Naturwissenschaft", zum cartesianischen Rationalismus der „solitären Existenz" (108), zur Vertragstheorie und zum Fortschrittsglauben des sich selbst erlösenden Menschen - für Voegelin die Ursachen der totalitären Katastrophen in der Moderne. So lässt sich darüber streiten, ob seine Interpretation in allen Punkten Vico wirklich gerecht wird. Zurecht weist Otto in seinem Nachwort darauf hin, dass Voegelin in Vico „in der Tat nur etwas ‚gefunden' [hat], was er wohl auch ‚suchte'" (142). Auf jeden Fall aber ist der in den 40er-Jahren verfasste Text ein Schlüsseltext, der „wichtige Einblicke in die politische Philosophie Voegelins zu genau dem Zeitpunkt [vermittelt], an dem sich Voegelin von dem konventionellen Muster der Ideengeschichte zu lösen begann und seine Philosophie die Form einer Geschichte des Geistes annahm" (22). Aus dem Inhalt: Eric Voegelin: Giambattista Vico - La Scienza Nuova § 1 italienische Politik § 2 Das Werk Vicos § 3 Die Idee einer Neuen Wissenschaft § 4 Die Schritte der Mediation § 5 Das Kontinuum der westlichen Ideen § 6 Das Modell der Natur § 7 Der mondo civile § 8 Recursus und ricorso § 9 Die storia eterna ideale § 10 Der senso commune § 11 Die politische Struktur des corso
Robert Chr. van Ooyen (RVO)
Dr., ORR, Hochschullehrer für Staats- und Gesellschaftswissenschaften, Fachhochschule des Bundes Lübeck; Lehrbeauftragter am OSI der FU Berlin sowie am Masterstudiengang "Politik und Verfassung" der TU Dresden.
Rubrizierung: 5.335.32 Empfohlene Zitierweise: Robert Chr. van Ooyen, Rezension zu: Eric Voegelin: Giambattista Vico - La Sczienza Nuova. München: 2003, in: Portal für Politikwissenschaft, https://www.pw-portal.de/rezension/19799-giambattista-vico---la-sczienza-nuova_23044, veröffentlicht am 01.01.2006. Buch-Nr.: 23044 Rezension drucken
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