/ 11.06.2013
Ulrich Bröckling / Susanne Krasmann / Thomas Lemke (Hrsg.)
Gouvernementalität der Gegenwart. Studien zur Ökonomisierung des Sozialen
Frankfurt a. M.: Suhrkamp 2000 (suhrkamp taschenbuch wissenschaft 1490); 316 S.; kart., 21,90 DM; ISBN 3-518-29090-8Der Sammelband enthält erstmals den vollständigen Text der von Foucault am 1. Februar 1978 am Collège de France gehaltenen Vorlesung "La 'Gouvernementalité'" in deutscher Sprache. Bei dem Text "Staatsphobie" handelt es sich um die Transkription eines Teils der Vorlesung vom 31. Januar 1979 am Collège de France. Die dann folgenden Beiträge verstehen sich als Weiterführung des Forschungsprogramms der "governmentality studies", einer im angelsächsischen Raum etablierten Richtung der Foucault-Rezeption, die Foucaults Begriff der Regierung aufgreift. Das von Foucault mit dem Begriff "Gouvernementalité" - zusammengesetzt aus Regieren ("gouverner") und Denkweise ("mentalité") - umschriebene Konzept wird in den exemplarischen Einzelstudien dieses Bandes zur Analyse aktueller gesellschaftlicher Umbrüche fruchtbar gemacht. "Dabei wird die gegenwartsdiagnostische Reichweite des Konzepts der Gouvernementalität verdeutlicht, es sollen aber auch die Grenzen seines Erklärungspotenzials und mögliche Weiterentwicklungen aufgezeigt werden." (9)
Inhalt: Thomas Lemke / Susanne Krasmann / Ulrich Bröckling: Gouvernementalität, Neoliberalismus und Selbsttechnologien. Eine Einleitung (7-40); Michel Foucault: Die "Gouvernementalität" (41-67); Michel Foucault: Staatsphobie (68-71); Nikolas Rose: Tod des Sozialen? Eine Neubestimmung der Grenzen des Regierens (72-109); Wolfgang Fach: Staatskörperkultur. Ein Traktat über den "schlanken Staat" (110-130); Ulrich Bröckling: Totale Mobilmachung. Menschenführung im Qualitäts- und Selbstmanagement (131-167); Henning Schmidt-Semisch: Selber schuld. Skizzen versicherungsmathematischer Gerechtigkeit (168-193); Susanne Krasmann: Gouvernementalität der Oberfläche. Aggressivität (ab-)trainieren beispielsweise (194-226); Thomas Lemke: Die Regierung der Risiken. Von der Eugenik zur genetischen Gouvernementalität (227-264); Monica Greco: Homo Vacuus. Alexithymie und das neoliberale Gebot des Selbstseins (265-285); Aldo Legnaro: Subjektivität im Zeitalter ihrer simulativen Reproduzierbarkeit: Das Beispiel des Disney-Kontinents (286-314).
Tanja Pritzlaff (TP)
Dipl.-Politologin, wiss. Mitarbeiterin, Zentrum für Sozialpolitik, Universität Bremen.
Rubrizierung: 5.41 | 5.42
Empfohlene Zitierweise: Tanja Pritzlaff, Rezension zu: Ulrich Bröckling / Susanne Krasmann / Thomas Lemke (Hrsg.): Gouvernementalität der Gegenwart. Frankfurt a. M.: 2000, in: Portal für Politikwissenschaft, https://www.pw-portal.de/rezension/12013-gouvernementalitaet-der-gegenwart_14336, veröffentlicht am 01.01.2006.
Buch-Nr.: 14336
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Dipl.-Politologin, wiss. Mitarbeiterin, Zentrum für Sozialpolitik, Universität Bremen.
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