/ 22.06.2013
Benedikt Speer
Grenze und grenzüberschreitende Zusammenarbeit im historischen Kontext. Eine explorative politikwissenschaftliche Studie am Fallbeispiel des Pyrenäenraums
Berlin: Duncker & Humblot 2010 (Schriftenreihe der Hochschule Speyer 201); 288 S.; 78,- €; ISBN 978-3-428-13085-6Politikwiss. Diss. Speyer; Gutachter: C. Böhret, H. Siedentopf. – Der Autor beschäftigt sich mit der Grenze, dem Grenzraum und der grenzüberschreitenden Zusammenarbeit aus konzeptioneller und historischer Perspektive. Am Anfang des Forschungsprozesses stand die Skepsis gegenüber einem häufig in der Literatur zu findenden Optimismus hinsichtlich der Leistungsfähigkeit grenzüberschreitender Regionen. Speer betont allerdings, „dass paradigmatische Fokussierungen sowie ein mangelnder inter- und selbst intradisziplinärer Austausch bisher den Blick auf angeblich nicht zu beantwortende und/oder vermeintlich irrelevante Aspekte verstellt haben, ohne dass entsprechende Forschungslücken hinreichend diskutiert oder wenigstens kenntlich gemacht worden wären.“ (17) In einem ersten Teil untersucht der Autor daher zunächst systematisch die Literatur und schlägt einige konzeptionelle Unterscheidungen vor. Eine der größten Forschungslücken bestehe hinsichtlich der historischen Dimension von grenzüberschreitender Zusammenarbeit. Diesem Aspekt ist der zweite, größere Hauptteil gewidmet. Darin untersucht Speer die Formen von Herrschaft, Abgrenzung und Zusammenarbeit im Pyrenäenraum seit dem Mittelalter bis ins 19. Jahrhundert und zeigt dabei einerseits, wie solche Grenzräume als „historisch nach innen integrierter Raum“ (101) angesehen werden können; andererseits erschließt sich dem Leser eine Perspektive auf die historische Bedingtheit vieler aktueller Probleme und Lösungsansätze. Der Autor schließt die Studie daher auch mit dem Appell an die Einbeziehung der historischen Dimension in die Politikwissenschaft. Im vorliegenden Fall zeigt diese historische Dimension, dass selbst eine so natürlich erscheinende Staatsgrenze wie die Pyrenäen schon immer eine gesellschaftliche Konstruktion und durch spezielle Rechtsverhältnisse zwischen Herrschaftsverbänden gekennzeichnet war.
Markus Lang (ML)
Dr., Politikwissenschaftler.
Rubrizierung: 4.1 | 2.61 | 4.5
Empfohlene Zitierweise: Markus Lang, Rezension zu: Benedikt Speer: Grenze und grenzüberschreitende Zusammenarbeit im historischen Kontext. Berlin: 2010, in: Portal für Politikwissenschaft, https://www.pw-portal.de/rezension/32049-grenze-und-grenzueberschreitende-zusammenarbeit-im-historischen-kontext_38227, veröffentlicht am 26.07.2010.
Buch-Nr.: 38227
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Dr., Politikwissenschaftler.
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