/ 18.06.2013
Jörg Strübing
Grounded Theory. Zur sozialtheoretischen und epistemologischen Fundierung des Verfahrens der empirisch begründeten Theoriebildung
Wiesbaden: VS Verlag für Sozialwissenschaften 2004 (Qualitative Sozialforschung 15); 106 S.; brosch., 12,90 €; ISBN 3-8100-3963-2Der Autor diskutiert die wissenschafts- und erkenntnistheoretischen Grundlagen der Grounded Theory und will damit Möglichkeiten und Grenzen dieser empirischen Methode verdeutlichen. Er zeigt deren theoretische Fundierung auf, wobei der Schwerpunkt auf dem Ansatz von Anselm Strauss liegt, und arbeitet heraus, was der Begriff Theorie im Rahmen des Konzeptes bedeutet. Auch die zentralen Kritikpunkte an dem Verfahren werden angesprochen, so wie sie insbesondere von Barney Glaser vorgebracht worden sind. Die üblichen Gütekriterien empirischer Forschung (Reliabilität, Validität und Repräsentativität) seien wegen der zugrunde gelegten erkenntnistheoretischen Annahmen nicht sinnvoll auf das Konzept der Grounded Theory anwendbar, so Strübing. Abschließend stellt er dar, welche Qualitätskriterien bei der Anwendung der Methode angelegt werden können und macht damit deutlich, dass es sich nicht um eine nachgerade beliebige Interpretation von empirischen Daten handelt, wie es dieser Methode von ihren Kritikern nicht selten vorgehalten wird. Das Buch ist explizit kein Handbuch für die empirische Forschung, sondern eine knappe, für Einsteiger ohne entsprechende Vorkenntnisse teilweise nur schwer verständliche, erkenntnistheoretische Auseinandersetzung mit der Methode der Grounded Theory.
Silke Becker (BE)
Dipl.-Soziologin; freie Journalistin.
Rubrizierung: 5.2 | 5.42 | 1.2
Empfohlene Zitierweise: Silke Becker, Rezension zu: Jörg Strübing: Grounded Theory. Wiesbaden: 2004, in: Portal für Politikwissenschaft, https://www.pw-portal.de/rezension/20062-grounded-theory_23367, veröffentlicht am 01.01.2006.
Buch-Nr.: 23367
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Dipl.-Soziologin; freie Journalistin.
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