/ 21.06.2013
Jan-Hendrik Heinrichs
Grundbefähigungen. Zum Verhältnis von Ethik und Ökonomie
Paderborn: mentis Verlag 2006 (ethica); 287 S.; kart., 42,- €; ISBN 978-3-89785-310-2Philosoph. Diss. Duisburg-Essen; Gutachter: D. Sturma. – Heinrichs widmet sich der Grundfrage der politischen Philosophie nach der richtigen Beschaffenheit der gesellschaftlichen und politischen Institutionen. Er rekonstruiert die konkreten Lebensbedingungen, die in einem Staat vorherrschen müssen, damit dieser als legitim gilt. Zu diesem Zweck diskutiert er aktuelle Gerechtigkeitstheorien und fragt, welche Verteilungsmechanismen und Verteilungsmaßstäbe in einer gerechten Ordnung angewendet werden sollten. Er entwickelt einen konstruktiven Entwurf, der auf Amartya Sen und Martha Nussbaum zurückgeht. Die Legitimation eines Staatswesens wird an die Bedingung geknüpft, dass es jedem seiner Bürger ein bestimmtes Minimum an realen Lebensmöglichkeiten garantiert oder zumindest um dessen Garantierung bemüht ist. Heinrichs zentrale These lautet, dass die Frage „Equality of what?“ (69) für den modernen Sozialstaat weder mit dem Konzept eines für alle garantierten Nutzenminimums noch mit einem für alle garantierten Mindesteinkommens beantwortet werden kann, sondern mit dem Konzept eines garantierten Minimums an Grundbefähigungen, d. h. an realen Lebensoptionen, über die ein Individuum verfügen kann.
Sabine Steppat (STE)
Dipl.-Politologin, Redakteurin pw-portal.de.
Rubrizierung: 5.42 | 2.23
Empfohlene Zitierweise: Sabine Steppat, Rezension zu: Jan-Hendrik Heinrichs: Grundbefähigungen. Paderborn: 2006, in: Portal für Politikwissenschaft, https://www.pw-portal.de/rezension/26965-grundbefaehigungen_31468, veröffentlicht am 25.06.2007.
Buch-Nr.: 31468
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Dipl.-Politologin, Redakteurin pw-portal.de.
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