/ 20.06.2013
Nils Goldschmidt / Michael Wohlgemuth (Hrsg.)
Grundtexte zur Freiburger Tradition der Ordnungsökonomik
Tübingen: Mohr Siebeck 2008 (Untersuchungen zur Ordnungstheorie und Ordnungspolitik 50); X, 780 S.; brosch., 50,- €; ISBN 978-3-16-148297-7„Gegen einen schwachen, von Interessengruppen abhängigen Staat geht es um die Suche nach einer gefestigten Wirtschafts- und Gesellschaftsstruktur, die nicht einzelnen Gruppeninteressen dient, sondern Garant ist für eine allen Mitgliedern der Gesellschaft dienliche Wirtschaftsordnung, die der Freiheit jedes einzelnen und seiner Würde verpflichtet ist“ (1 f.) – das von den Herausgebern eingangs formulierte Grundanliegen der Ordnungsökonomik verdeutlicht auch gleich, wie aktuell noch heute die Theorien der Freiburger Wirtschaftstheoretiker und damit das Konzept der Sozialen Marktwirtschaft sind. Erstmals wird mit dieser Publikation ein Referenzband herausgegeben, in dem die klassischen und neueren Texte zusammengeführt werden – der Beitrag „Das Problem der privaten Macht. Ein Beitrag zur Monopolfrage“ von Franz Böhm erschien 1928, „Konstitutionenökonomische Überlegungen zum Konzept der Wettbewerbsfreiheit“ von Viktor J. Vanberg 2001. Abgedeckt werden also die wirtschaftstheoretischen Überlegungen fast eines ganzen Jahrhunderts, die ihren Ausgangspunkt in den wirtschaftlichen Turbulenzen der Weimarer Republik nahmen und in denen auch heute noch das Verhältnis von Marktwirtschaft und Gerechtigkeit thematisiert wird. Der Band besteht aus den Originalbeiträgen von 26 Autoren, denen jeweils eine kurze Einleitung vorangestellt ist. Diese enthält die biografischen Angaben und einen Überblick über das Werk des Autors sowie einen hinführenden Kommentar zum abgedruckten Beitrag. Vorgestellt werden mit „Unsere Aufgabe“ von Franz Böhm, Walter Eucken und Hans Großmann-Doerth das Freiburger Programm sowie daran anschließend die Vertreter der Freiburger Forschungs- und Lehrgemeinschaft. In dem Kapitel „Verwandte Denkansätze“ finden sich Beiträge u. a. von Alexander Rüstow, Wilhelm Röpke, Ludwig Erhard und Alfred Müller-Armack. Im Abschnitt „Die Freiburger Lehrstuhltradition“ ist u. a. Friedrich A. von Hayek mit zwei Beiträgen vertreten. Abschließend vermittelt Viktor J. Vanberg einen Überblick über die Ordnungsökonomik, auch in ihrer Funktion als angewandte, beratende Wissenschaft.
Natalie Wohlleben (NW)
Dipl.-Politologin, Redakteurin pw-portal.de.
Rubrizierung: 5.45 | 2.313 | 2.3 | 5.46 | 2.311
Empfohlene Zitierweise: Natalie Wohlleben, Rezension zu: Nils Goldschmidt / Michael Wohlgemuth (Hrsg.): Grundtexte zur Freiburger Tradition der Ordnungsökonomik Tübingen: 2008, in: Portal für Politikwissenschaft, https://www.pw-portal.de/rezension/24433-grundtexte-zur-freiburger-tradition-der-ordnungsoekonomik_28206, veröffentlicht am 29.07.2008.
Buch-Nr.: 28206
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Dipl.-Politologin, Redakteurin pw-portal.de.
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