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/ 19.06.2013
Thomas Simon

"Gute Policey" Ordnungsleitbilder und Zielvorstellungen politischen Handelns in der Frühen Neuzeit

Frankfurt a. M.: Vittorio Klostermann 2004 (Studien zur europäischen Rechtsgeschichte 170); XIV, 604 S.; kart., 74,- €; ISBN 3-465-03313-2
Habilitationsschrift Juristische Fakultät Frankfurt a. M. - Während im frühen Mittelalter das Nachdenken über die richtige soziale Ordnung stets Teil eines theologischen Diskurses über die civitas terrena war, entsteht mit dem Hochmittelalter auf der Grundlage eines wieder erstarkten Interesses an antiken politischen Texten (in erster Linie der aristotelischen Schriften) ein säkularer politischer Diskurs, „in dem sich nun erstmalig auch das rechtlich-politische Phänomen der Gesetzgebung, ihr Verfahren, ihre Notwendigkeiten und ihre Risiken erörtert finden" (6). Sehr differenziert - und trotz der Detailfülle flüssig geschrieben - zeichnet der Autor die Entwicklung der politischen Ordnungsvorstellungen der mittelalterlichen und frühneuzeitlichen Politiklehre nach. Im Zentrum stehen dabei deren Aussagen „zu den Funktionen, Handlungszielen und -instrumenten herrschaftlich-staatlichen Handelns" (5). Dieses an der prudentia politica orientierte Schrifttum findet seine historische Grenze an jener ideengeschichtlichen Zäsur, die in der Mitte des 18. Jahrhunderts zur - für die Neuzeit konstitutiven - Unterscheidung von Staat und (sich selbst regulierender) Gesellschaft führt.
Thomas Mirbach (MIR)
Dr., wiss. Mitarbeiter, Lawaetz-Stiftung Hamburg, Lehrbeauftragter, Institut für Politische Wissenschaft, Universität Hamburg.
Rubrizierung: 5.32 Empfohlene Zitierweise: Thomas Mirbach, Rezension zu: Thomas Simon: "Gute Policey" Frankfurt a. M.: 2004, in: Portal für Politikwissenschaft, https://www.pw-portal.de/rezension/21221-gute-policey_24772, veröffentlicht am 01.01.2006. Buch-Nr.: 24772 Rezension drucken
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