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/ 22.06.2013
Christian Stegbauer / Roger Häußling (Hrsg.)

Handbuch Netzwerkforschung

Wiesbaden: VS Verlag für Sozialwissenschaften 2010 (Netzwerkforschung 4); 966 S.; 69,95 €; ISBN 978-3-531-15808-2
Mit dieser Enzyklopädie zur Netzwerkforschung ist in der gleichnamigen Reihe erstmals ein umfassender Überblick zu den Facetten dieses Forschungsparadigmas verfügbar. Gemäß dem Anspruch, ein „Arbeitsbuch“ (19) vorzulegen und damit das relationale Paradigma u. a. an klassische soziologische Theorien anzuknüpfen, haben die Herausgeber 81 namhafte Vertreter ihrer Fächer versammelt, die mit ihren Beiträgen dem Anspruch und der Realität der „transdisziplinären“ Netzwerkforschung als „gelebte Praxis“ (15) entsprechen. So wird in acht Kapiteln Einsicht in Entwicklung, Hintergründe, Methoden und Anwendungsfelder der Netzwerkforschung gegeben. Da die Netzwerkforschung an der Mesoebene ansetze, könne sie hier „ihr ganzes Potential entfalten“ (59) und helfen, die Gretchenfrage der Soziologie – nach der makrosoziologischen oder mikrosoziologischen Herangehensweise – zu beantworten. Der Serviceteil von Mergel und Hennig enthält zudem eine Bestandsaufnahme der meistzitierten Einführungs- und Überblickswerke in die Thematik mit konkreten Empfehlungen für Einsteiger und Fortgeschrittene, welches Werk zu welchem Zweck zur Hand zu nehmen ist. Dem Anspruch eines Handbuchs, ein Feld umfassend und aus unterschiedlichen Referenzrahmen zu betrachten, wird der Band allemal gerecht, wenngleich die Strukturierung zunächst nicht immer nachvollziehbar ist – insofern ist die Lektüre der einleitenden Bemerkungen der Herausgeber zu den Unterkapiteln unabdingbar. Darin verdeutlichen sie etwa, dass ein „Einblick in die Vielfalt der Analysemethoden“ (339) gegeben werden oder „man sich nicht an den gewollten inhaltlichen Überlappungen stören“ (57) soll. Insgesamt überzeugt der Band durch prägnante Beiträge, die einen guten Einstieg in die jeweilige Facette der Netzwerkforschung bieten. Dabei helfen die Querverweise und das Register dabei, Bezüge zwischen den Beiträgen herzustellen und sich Wege durch das relationale Paradigma in seiner Breite zu erschließen.
Isabelle Borucki (ISA)
Dr., Politikwissenschaftlerin (Soziologin, Philosophin), wiss. Mitarbeiterin SFB 600 Fremdheit und Armut, Institut für Politikwissenschaft, Universität Trier.
Rubrizierung: 5.25.421.2 Empfohlene Zitierweise: Isabelle Borucki, Rezension zu: Christian Stegbauer / Roger Häußling (Hrsg.): Handbuch Netzwerkforschung Wiesbaden: 2010, in: Portal für Politikwissenschaft, https://www.pw-portal.de/rezension/32567-handbuch-netzwerkforschung_38872, veröffentlicht am 17.03.2011. Buch-Nr.: 38872 Inhaltsverzeichnis Rezension drucken
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