/ 20.06.2013
Eva Blome / Alexandra Erfmeier / Nina Gülcher / Kerstin Smasal / Sandra Smykalla
Handbuch zur universitären Gleichstellungspolitik. Von der Frauenförderung zum Gendermanagement?
Wiesbaden: VS Verlag für Sozialwissenschaften 2005; 308 S.; brosch., 24,90 €; ISBN 3-8100-4216-1Durch die Wahl von Frauenbeauftragten bzw. Gleichstellungsbeauftragten sollte und soll der Geschlechterungerechtigkeit im Wissenschaftsbetrieb entgegengewirkt werden. Denn obwohl inzwischen ebenso viele weibliche wie männliche Studierende an Deutschlands Hochschulen gezählt werden, schrumpft der Frauenanteil auf den höheren Qualifikationsstufen eklatant – nur weniger als zehn Prozent der Professuren werden an Frauen vergeben. Die Autorinnen zeigen in diesem klar geschriebenen Handbuch die praktischen und theoretischen Hintergründe von Gleichstellungspolitik auf. Der historische Überblick über die Männerkultur und Formen von Frauendiskriminierung an der Universität veranlasst beim heutigen Lesen zwar zum Kopfschütteln, doch ebenso deutlich wird, in welch weiter Ferne das Ziel tatsächlicher Gleichberechtigung an der Hochschule immer noch liegt. Hervorgegangen ist das Buch aus einem Reader zu einem Qualifizierungsprogramm für Dezentrale Frauenbeauftragte der Universität Göttingen, das die Erfahrungen und Kompetenzen dortiger Gleichstellungsbeauftragter versammelt. Diese Tätigkeit wird treffend als „paradoxe Intervention“ (108) beschrieben. Denn erstens steht dabei die Kategorie „Frau“ im Mittelpunkt von Gleichstellungspolitiken, die doch zugleich diese Kategorie infrage stellen und dekonstruieren sollen. Zweitens soll auf die egalitäre Teilhabe von Frauen im akademischen System hingearbeitet werden, wenngleich genau dieses System die diskriminierenden Ausschlussmechanismen hervorbringt und infrage gestellt wird. Welche Rollenverständnisse und Strategien Gleichstellungsbeauftragten in diesem Kontext zur Auswahl stehen und wie sich der derzeitige Reformprozess an Deutschlands Hochschulen auf Gleichstellungspolitik auswirkt, sind ebenfalls Fragen, die die Autorinnen umfassend und konkret diskutieren.
Tine Hanrieder (CTH)
M. A., wiss. Assistentin, Geschwister-Scholl-Institut, LMU München.
Rubrizierung: 2.36 | 2.343
Empfohlene Zitierweise: Tine Hanrieder, Rezension zu: Eva Blome / Alexandra Erfmeier / Nina Gülcher / Kerstin Smasal / Sandra Smykalla: Handbuch zur universitären Gleichstellungspolitik. Wiesbaden: 2005, in: Portal für Politikwissenschaft, https://www.pw-portal.de/rezension/22790-handbuch-zur-universitaeren-gleichstellungspolitik_26020, veröffentlicht am 01.01.2006.
Buch-Nr.: 26020
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M. A., wiss. Assistentin, Geschwister-Scholl-Institut, LMU München.
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