/ 11.06.2013
Michaela Ellmann
Hans Lukaschek im Kreisauer Kreis. Verfassungsrechtliche und verfassungspolitische Beiträge zu den Plänen des Kreisauer Kreises für einen Neuaufbau Deutschlands
Paderborn u. a.: Ferdinand Schöningh 2000 (Rechts- und Staatswissenschaftliche Veröffentlichungen der Görres-Gesellschaft N. F. 88); 200 S.; kart., 58,- DM; ISBN 3-506-73389-3Rechtswiss. Diss. Hamburg; Gutachter: U. Karpen. – Ellmann geht es darum, Einblicke in das Denken eines Angehörigen des "Kreisauer Kreises" zu geben und dadurch die Aktivitäten und Gedanken der Widerstandsgruppe einsichtig zu machen. Der Rechtsanwalt Lukaschek (1885 bis 1960) war Oberbürgermeister der Großstadt Hindenburg und Oberpräsident von Oberschlesien. Nach seiner Amtsenthebung durch die Nationalsozialisten 1933 gelangte er zum Kreisauer Kreis und arbeitete darin aktiv mit, was zu seiner Inhaftierung, u. a. im Konzentrationslager Ravensbrück führte. Nur durch einen Zufall kam es nicht zur Hinrichtung des Widerständlers. Nach Kriegsende zählte er zu den Mitbegründern der CDU in Berlin und wurde Mitglied der ersten Thüringer Nachkriegsregierung. Seine zweite Amtsenthebung, diesmal durch die sowjetischen Besatzungsbehörden, bewog ihn zur Flucht in den Westen, wo er zum ersten Vertriebenenminister ernannt wurde.
Die Darstellung konzentriert sich auf Lukascheks Beitrag zur theoretisch-planerischen Arbeit des Kreisauer Kreises und die Analyse seiner Ideen. Drei Schwerpunkte benennt Ellmann dabei: die Bildungs-/Schulpolitik, die territoriale Neugliederung Deutschlands und den Minderheitenschutz. Sie fragt, welchen Einfluss Lukascheks Vorstellungen auf die der übrigen Mitglieder des Kreises ausübten und welche Position er innerhalb dessen einnahm: "Er war im Kreisauer Kreis weniger ein eigenständiger Interpret von Ideen als vielmehr ein Vermittler seines katholischen Glaubens und der katholischen Soziallehre." (172)
Inhaltsübersicht: 1. Biographie; 2. Der Weg in den Widerstand; 3. Aktive Widerstandstätigkeit – Mitwirkung im Kreisauer Kreis; 4. Der Beitrag Lukascheks zur Neuordnungskonzeption des Kreisauer Kreises; 5. Aktive politische Mitwirkung im Nachkriegsdeutschland: Weiterentwicklung der Kreisauer Arbeit nach dem Krieg; Schlusswort: Lukaschek – ein schlesischer Katholik im Kreisauer Kreis.
Sabine Steppat (Ste)
Dipl.-Politologin, Redakteurin pw-portal.de.
Rubrizierung: 2.3 | 2.31
Empfohlene Zitierweise: Sabine Steppat, Rezension zu: Michaela Ellmann: Hans Lukaschek im Kreisauer Kreis. Paderborn u. a.: 2000, in: Portal für Politikwissenschaft, https://www.pw-portal.de/rezension/10706-hans-lukaschek-im-kreisauer-kreis_12657, veröffentlicht am 01.01.2006.
Buch-Nr.: 12657
Rezension drucken
Dipl.-Politologin, Redakteurin pw-portal.de.
CC-BY-NC-SA