/ 05.06.2013
Herbert Schnädelbach
Hegel zur Einführung
Hamburg: Junius 1999 (Zur Einführung 195); 195 S.; brosch., 24,80 DM; ISBN 3-88506-995-4Hegel gehört zu denjenigen Philosophen, über die man für gewöhnlich eine Meinung hat, und zwar unabhängig davon, ob man sich intensiv mit seinen Werken befaßt hat oder nicht. Das mag der wesentliche Grund dafür gewesen sein, warum der Autor bereits in der Einleitung schreibt: "Dabei werde ich mit meinem eigenen Urteil nicht hinterm Berge halten, ja ich werde vertreten, daß Hegel eine Philosophie präsentiert, die wir nicht vertreten können; doch was könnte Besseres geschehen als eine begründete Revision dieses Urteils durch den Leser?" (13) Ausführungen dieser Art können mitunter den Auftakt für eine zweifelhafte Strategie wertender Urteile vom Katheder aus bilden. Hier sind sie es nicht: Schnädelbach hält, was er verspricht, indem er dem Leser auf knappem Raum - schwierig genug - einen gelungenen Einblick in das Hegelsche "System" gibt. Seine Idee, wesentliche Strukturen durch einen roten Faden, nämlich die "spekulative Grundfigur", grob gesprochen: Hegels Dialektik, aufzuzeigen, ermöglicht ihm dies. Für diejenigen, die ihre Meinung zu Hegel auf Lektüre gründen wollen, kann die Einführung als Einstieg - neben der Lektüre des Originals selbstverständlich - ebenso empfohlen werden wie denjenigen, die immer schon einmal wissen wollten, warum kein direkter Weg von Hegel zu Hitler führte.
Aus dem Inhalt: 1. Die spekulative Grundfigur; 4. Phänomenologie des Geistes; 5. Das System; 6. Praktische Philosophie; 7. System und Geschichte; 8. Noch einmal: Hegel zur Einführung.
Oliver Lembcke (OL)
Dr., Politikwissenschaftler.
Rubrizierung: 5.33
Empfohlene Zitierweise: Oliver Lembcke, Rezension zu: Herbert Schnädelbach: Hegel zur Einführung Hamburg: 1999, in: Portal für Politikwissenschaft, https://www.pw-portal.de/rezension/8116-hegel-zur-einfuehrung_10724, veröffentlicht am 01.01.2006.
Buch-Nr.: 10724
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Dr., Politikwissenschaftler.
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