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/ 20.06.2013
Julia Franziska Engels

Helden an der Mauer. Die propagandistische Aufbereitung von Republikfluchten in der deutschen Presse

Münster: Lit 2004 (Beiträge zur Kommunikationstheorie 22); 155 S.; brosch., 14,90 €; ISBN 3-8258-7426-5
Kommunikationswiss. Magisterarbeit Münster; Gutachter: J. Westerbarkey. - Die Autorin stellt die Berichterstattung des „Neuen Deutschlands“, des Zentralorgans der SED, jener der Springer-Presse über ausgewählte Fälle von Fluchtversuchen bzw. den Tod eines DDR-Grenzers Anfang der Sechzigerjahre gegenüber. Sie arbeitet im Rahmen der Diskursanalyse streng kommunikationswissenschaftlich und kommt dabei aus politikwissenschaftlicher Sicht zu unzureichenden Ergebnissen. Mit dem Vergleich des DDR-Verlautbarungsorgans „Neues Deutschland“ und der „Bild“-Zeitung stellt sie eine Diktatur und ein privatwirtschaftliches Medienunternehmen in einer freiheitlichen demokratischen Ordnung auf eine Stufe, was weder der DDR noch dem Springer-Verlag nur im entferntesten angemessen ist. Engels kommt zu dem nicht neuen Ergebnis, dass beide Zeitungen den Anschein vermittelten, „als befände man sich im Kriegszustand“ (130). Gleichzeitig sei jeweils in Anspruch genommen worden, „stellvertretend für alle Deutschen zu sprechen“ (132). Die Autorin hat damit insgesamt einen sehr kleinen Ausschnitt der deutsch-deutschen Konstruktion von Öffentlichkeit aufgezeigt.
Natalie Wohlleben (NW)
Dipl.-Politologin, Redakteurin pw-portal.de.
Rubrizierung: 2.3142.3132.333 Empfohlene Zitierweise: Natalie Wohlleben, Rezension zu: Julia Franziska Engels: Helden an der Mauer. Münster: 2004, in: Portal für Politikwissenschaft, https://www.pw-portal.de/rezension/22602-helden-an-der-mauer_25786, veröffentlicht am 01.01.2006. Buch-Nr.: 25786 Rezension drucken
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