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/ 18.06.2013
Ralph Wiener

Hinter vorgehaltener Hand. Der politische Witz in Deutschland

Leipzig: Militzke Verlag 2003; 221 S.; geb., 19,- €; ISBN 3-86189-283-9
Der Kabarettist und Bühnenautor Wiener setzt sich mit der Kultur des politischen Witzes in Deutschland während des 20. Jahrhunderts auseinander. Eingedenk des Umstandes, dass gerade der politische Witz nur im Kontext der jeweiligen historischen und politischen Situation verstanden werden und zum Lachen reizen kann, legt Wiener eine historisch kommentierte Witzsammlung vor. Der politische Witz dient neben seiner Funktion als Ventil für Unmut vor allem zur Karikierung politischer Verhältnisse. Er ist Ausdruck der Herrschaft des „einfachen Mannes", da die Pointe beweist, dass der Bürger nicht nur die politische Situation durchschaut, sondern diese sogar kritisch reflektiert und beurteilt, indem er sie in Komik überführt. Diese Behauptung scheint auch durch das Phänomen gestützt zu werden, dass der politische Witz gerade in Diktaturen Hochkonjunktur hat und sich Struktur und Art der Witze hierbei von Diktatur zu Diktatur nicht sonderlich voneinander unterscheiden. Aus dem Inhalt: Der Bürger als Obertan; Ein Paß für viele: der Engpaß; Stimme von unten.
Sandra Hartmann (SHA)
1. Staatsexamen für das Lehramt an Gymnasien, wiss. Mitarbeiterin, Institut für Politikwissenschaft, Universität Jena.
Rubrizierung: 2.3332.312 Empfohlene Zitierweise: Sandra Hartmann, Rezension zu: Ralph Wiener: Hinter vorgehaltener Hand. Leipzig: 2003, in: Portal für Politikwissenschaft, https://www.pw-portal.de/rezension/18680-hinter-vorgehaltener-hand_21665, veröffentlicht am 01.01.2006. Buch-Nr.: 21665 Rezension drucken
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