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/ 19.06.2013
Gerhard Vinnai

Hitler - Scheitern und Vernichtungswut. Zur Genese des faschistischen Täters

Gießen: Psychosozial-Verlag 2004 (Reihe Psyche und Gesellschaft); 285 S.; brosch., 24,90 €; ISBN 3-89806-341-0
Der Autor will nachzeichnen, welche gesellschaftlichen und historischen Erfahrungen dazu führten, dass sich der bis zum Ersten Weltkrieg eher unauffällige Adolf Hitler zu einem ideologisch verblendeten antisemitischen Massenmörder entwickelte. Vinnai verbindet die sozialpsychologische und die individualpsychologische Perspektive und will dadurch neue Einsichten in die psychischen Bedingungen faschistischen Denkens gewinnen. So soll die Figur Adolf Hitler ihres Sonderstatus' als das Böse schlechthin entkleidet werden. Seine ideologischen Konzepte sollen nicht nur als Reaktion auf seine individuellen biografischen Erfahrungen, sondern auch als Produkte seiner Zeit gesehen werden. Zugleich will Vinnai deutlich machen, dass Hitler seine Machtposition nur erreichte, weil die Gesellschaft vor allem durch die traumatischen Ereignisse des Ersten Weltkrieges nachhaltig geprägt war. Insbesondere sollen - trotz aller individuell-biografischen Besonderheiten der Person Hitlers - gewisse psychische Parallelen beziehungsweise Entsprechungen der psychischen Struktur Hitlers und derjenigen breiter Teile der damaligen Gesellschaft aufgezeigt werden. Vinnai nimmt in erster Linie eine psychologische und psychoanalytische Neuinterpretation von bestehenden Forschungsergebnissen vor.
Silke Becker (BE)
Dipl.-Soziologin; freie Journalistin.
Rubrizierung: 2.312 Empfohlene Zitierweise: Silke Becker, Rezension zu: Gerhard Vinnai: Hitler - Scheitern und Vernichtungswut. Gießen: 2004, in: Portal für Politikwissenschaft, https://www.pw-portal.de/rezension/20985-hitler---scheitern-und-vernichtungswut_24478, veröffentlicht am 01.01.2006. Buch-Nr.: 24478 Rezension drucken
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