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/ 05.06.2013
John Lukacs

Hitler. Geschichte und Geschichtsschreibung. Aus dem Amerikanischen von Helmut Dierlamm und Norbert Juraschitz

Berlin: Ullstein 1999 (Ullstein-Buch 26560); 295 S.; 24,90 DM; ISBN 3-548-26560-X
"Vorliegendes Buch ist keine Biographie Hitlers, sondern eine Geschichte der Geschichtsschreibung und der Biographien über ihn." (10) Allerdings handelt es sich bei Lukacs' Darstellung auch nicht um einen bloßen Literaturbericht zum Stand der Forschung. Das Problem ist für Lukacs nicht die Erkenntnis, daß das Bemühen um eine Revision der bisherigen Hitler-Forschung - die er ausdrücklich für legitim hält - die Forschung zunehmend beherrscht, sondern die mehr oder weniger unverhohlene Absicht einiger Autoren, Hitler zu rehabilitieren oder ihn und seine Diktatur im Vergleich mit dem stalinistischen Terrorregime zu relativieren. Der deutsche Historikerstreit als Indikator der Rehabilitationstendenzen in der Geschichtswissenschaft spielt daher für den Autor eine große Rolle. Insgesamt gesehen ist Lukacs nicht nur eine angenehm lesbare Darstellung über die Geschichtsschreibung zu Hitler gelungen, sondern - auch wenn er es wiederholt abstreitet - auch ein in seinen Aussagen pointierter biographischer Beitrag zur Hitler-Forschung. Inhalt: I. Historiographische Probleme; II. Die Kristallisation: Wien und/oder München?; III. Reaktionär und/oder revolutionär?; IV. Staat, Volk, Rasse, Nation; V. Staatsmann und Stratege; VI. Hitler und die Juden: Rätsel und Tragödie; VII. Hitler und die Deutschen: Kapitel oder Episode?; VIII. Offene und heimliche Bewunderer und Apologeten; IX. Das historische Problem.
Axel Gablik (AG)
Dr., Historiker.
Rubrizierung: 2.312 Empfohlene Zitierweise: Axel Gablik, Rezension zu: John Lukacs: Hitler. Berlin: 1999, in: Portal für Politikwissenschaft, https://www.pw-portal.de/rezension/8173-hitler_10787, veröffentlicht am 01.01.2006. Buch-Nr.: 10787 Rezension drucken
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