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/ 05.06.2013
Wulf C. Schwarzwäller

Hitlers Geld. Vom armen Kunstmaler zum millionenschweren Führer

Wien: Ueberreuter 1998; 248 S.; Ln., 39,80 DM; ISBN 3-8000-3700-9
Das Werk, journalistisch im Stil, erzählt Hitlers Leben sehr anekdotenreich und zwar, salopp gesagt, anhand seines jeweiligen Kontostandes. Was die Frage nach der Bedeutung seines über die Jahre angehäuften privaten Vermögens für eine Bewertung der Person Adolf Hitler betrifft, läßt es - ohne jeden Quellenverweis und undurchsichtig strukturiert - den Leser nach der Lektüre ratlos zurück. Warum beispielsweise nehmen die millionenschweren Autorentantiemen für "Mein Kampf" - eine hinreichend bekannte Tatsache - einen so breiten Raum ein, während die ebenfalls immensen Einnahmen durch die Persönlichkeitsrechte am Führerporträt auf den Briefmarken der Deutschen Reichspost, die, so sollte man meinen, als Indiz von Willkür und Rechtsverdrehung viel interessantere Fragen aufwerfen, nur beiläufig Erwähnung finden (179 f.)? Schwarzwäller erzählt auf zwei Seiten, daß und wie es Hitler gelang, seit 1935 keinerlei Steuern mehr zu zahlen. Fast den gleichen Raum nimmt die anschließende Schilderung von Alltagsgewohnheiten ein: "Für seine Toilette benötigte Hitler genau 22 Minuten. [...] Seine Seifenmarke hieß 'Steckenpferd-Lilienmilch', seine Rasiercreme 'Peri'." (161) Fazit: ein belangloses Buch.
Kaspar Nürnberg (KN)
M. A., Historiker, Geschäftsführer des Vereins Aktives Museum, Berlin.
Rubrizierung: 2.312 Empfohlene Zitierweise: Kaspar Nürnberg, Rezension zu: Wulf C. Schwarzwäller: Hitlers Geld. Wien: 1998, in: Portal für Politikwissenschaft, https://www.pw-portal.de/rezension/7785-hitlers-geld_10330, veröffentlicht am 01.01.2006. Buch-Nr.: 10330 Rezension drucken
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