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/ 19.06.2013
Christian Thonke

Hitlers langer Schatten. Der mühevolle Weg zur Entschädigung der NS-Opfer

Wien/Köln/Weimar: Böhlau Verlag 2004; 179 S.; brosch., 24,90 €; ISBN 3-205-77201-6
Etwa Mitte der 90er-Jahre entflammte erneut eine Diskussion über die Entschädigung von NS-Opfern. In den USA waren Sammelklagen angestrengt worden, in denen es u. a. um die Entschädigung von Zwangsarbeitern und um die Rückgabe von Vermögenswerten ging, die NS-Opfer bei verschiedenen Banken deponiert hatten. Im ersten Teil gibt Thonke einen Überblick über die früheren Diskussionen und politischen Bemühungen zur „Wiedergutmachung“ in Österreich, der DDR und der Bundesrepublik Deutschland. Anschließend zeigt er, inwieweit die neueren gesellschaftlichen und politischen Veränderungen das Wiederaufflammen der Debatte beeinflussten. Er nennt insbesondere die Globalisierung, das Ende des „Kalten Krieges“, die so genannte „Amerikanisierung“ des Holocausts sowie den gestiegenen politischen Einfluss der USA, verbunden mit der dort gegebenen rechtlichen Möglichkeit, Sammelklagen einzuleiten. Die Arbeit bietet über weite Strecken eine detaillierte, chronologisch strukturierte Nacherzählung der historischen Ereignisse.
Silke Becker (BE)
Dipl.-Soziologin; freie Journalistin.
Rubrizierung: 2.232.352.42.52.314 Empfohlene Zitierweise: Silke Becker, Rezension zu: Christian Thonke: Hitlers langer Schatten. Wien/Köln/Weimar: 2004, in: Portal für Politikwissenschaft, https://www.pw-portal.de/rezension/20666-hitlers-langer-schatten_24107, veröffentlicht am 01.01.2006. Buch-Nr.: 24107 Rezension drucken
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