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/ 05.06.2013
Ulrich Völklein (Hrsg.)

Hitlers Tod. Die letzten Tage im Führerbunker

Göttingen: Steidl 1998; 196 S.; geb., 38,- DM; ISBN 3-88243-554-2
Der Grund, ein Buch über sämtliche verfügbare Dokumente und Details zu Hitlers Tod zu schreiben, ist für den Autor: "Nichtwissen schafft Raum für Mythen." (8) Doch welche Mythen sollen sich jetzt, 54 Jahre nach dem Ableben Hitlers, noch um seine Person ranken? Daß Hitler überlebt hat und irgendwo unerkannt in einer südamerikanischen Bananenrepublik sein Dasein fristen könnte, glaubt heute wohl niemand mehr; und die Behauptung, Hitler habe sich nicht erschossen, sondern mit Hilfe von Zyankali feige aus dem Leben geschlichen, kann der Autor durch seine Recherche zwar widerlegen - aber war es diese Art von Mythos, die er zu bekämpfen unternahm? Sicherlich hat die nach dem Zusammenbruch der Sowjetunion erfolgte Öffnung russischer Archive bisher unbekannte Dokumente aus der Endphase des Zweiten Weltkriegs zugänglich gemacht, die einer wissenschaftlichen Auswertung harren. Ob man dem Leser eines populärwissenschaftlichen Buches aber alle unappetitlichen Details von Leichenöffnungen, Zahnschemata-Prüfungen etc. zumuten muß, nur um zu belegen, daß Hitler tatsächlich tot und mittels selbst appliziertem Kopfschuß von hinnen gegangen ist, muß sich der Autor schon fragen lassen.
Barbara Zehnpfennnig (BZ)
Prof. Dr., Professur für Politische Theorie und Ideengeschichte, Universität Passau.
Rubrizierung: 2.312 Empfohlene Zitierweise: Barbara Zehnpfennnig, Rezension zu: Ulrich Völklein (Hrsg.): Hitlers Tod. Göttingen: 1998, in: Portal für Politikwissenschaft, https://www.pw-portal.de/rezension/7484-hitlers-tod_9969, veröffentlicht am 01.01.2006. Buch-Nr.: 9969 Rezension drucken
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