/ 20.06.2013
Wolfgang Kahl
Hochschule und Staat. Entwicklungsgeschichtliche Betrachtungen eines schwierigen Rechtsverhältnisses unter besonderer Berücksichtigung von Aufsichtsfragen
Tübingen: Mohr Siebeck 2004; 134 S.; brosch., 34,- €; ISBN 3-16-148414-2Das in 12 Paragraphen gegliederte Buch bietet einen chronologischen Überblick über die geschichtliche Entwicklung des deutschen Hochschulwesens seit dem 14. Jahrhundert. Es werden jedoch nur die wesentlichen Entwicklungslinien und Veränderungen dargestellt, denn Kahl will in erster Linie Hintergrundwissen für die aktuellen Debatten zur Hochschulreform bereitstellen. Zeitlich weit entfernte Perioden sind nur knapp skizziert; näher liegende werden umfassender behandelt. Das Leitmotiv der Untersuchung ist die Frage nach dem Verhältnis von Universität und Staat. Die heute vorhandenen Strukturen seien stark dem Bildungsideal von Humboldts verpflichtet, der jedoch zugleich eine staatliche Anbindung der Universitäten befürwortete. Seitdem stehe die deutsche Hochschule im Spannungsfeld von staatlicher Einbindung einerseits und Forderungen nach einer stärkeren (rechtlichen) Autonomie der Universitäten andererseits. Die derzeitigen Hochschulreformen seien jedoch besonders tief greifend, so der Autor zum Abschluss seiner Ausführungen, insbesondere die Ökonomisierung der Hochschulen ebne die traditionellen Unterschiede zwischen Universitäten und Wirtschaftsunternehmen zunehmend ein.
Silke Becker (BE)
Dipl.-Soziologin; freie Journalistin.
Rubrizierung: 2.31 | 2.3 | 2.343
Empfohlene Zitierweise: Silke Becker, Rezension zu: Wolfgang Kahl: Hochschule und Staat. Tübingen: 2004, in: Portal für Politikwissenschaft, https://www.pw-portal.de/rezension/22320-hochschule-und-staat_25458, veröffentlicht am 01.01.2006.
Buch-Nr.: 25458
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Dipl.-Soziologin; freie Journalistin.
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